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Geräthschaften besetzten Hofe dieses Hauses erblickt man zur Linken ein nicht gar hohes Gebäude in der Form einer Reitbahn. Das ist der Tempel! Das Innere ist ein einfacher, ungetheilter Raum, der ohne Seitenfenster sein Licht nach der in Paris beliebten Beleuchtungsart von oben erhält. Besondere Abtheilungen für Chor oder Kirchenstühle sind nicht gemacht, zum Sitzen werden einfache Rohrstühle während des Gottesdienstes unentgeldlich gestellt— eine in Paris sehr ungewöhnliche Er- scheinung. Der Altar ist dem römisch-katholischen Hochaltar ähnlich geschmückt, besonders durch viele geschmackvoll geordnete Blumensträusse. Das Crucifix ist, gewiss nicht zufällig, sehr klein, und steht in keinem Verhältniss zu der Grösse der Kerzen. Ueber dem Altare weht die dreifarbige Fahne.— Das Altarbild ist von höchst eigenthümlicher Composition. Eine weibliche, ernste und kräftige Fi- gur, in deren Blicken Muth und Entschlossenheit sich ausspricht, reitet auf einem Löwen. Mit der Rechten zeigt sie auf die so eben die Wolken durchbrechende Sonne. Mit der Linken erhebt sie eine andre weibliche, zart gebildete Figur, die, Hein grosses Kreuz in der Hand, ermattet niederzusinken droht. Die Gruppe wird durch zwei andere hingesunkene Figuren vollendet. Der Sinn des Bildes schien mir folgender zu sein: In dunkler Zeit, unter bewölktem Himmel, erbalten sich Glaube, . Unglaube und Aberglaube durch eigne Kraft. Sobald aber die Finsterniss von der Sonne verscheucht wird, sobald die Vernunft dem Lichte kühn entgegenstrebt, so werden Unglaube und Aberglaube vernichtet, der Glaube dagegen, der sogar selbst von der Macht des neuen Lichtes geblendet, zu sinken droht, wird von der Vernunft zu neuem Leben emporgehoben.
Auf der Altarswand finden sich mehrere Medaillons mit kurzen, meist aus einzelnen Wörtern bestehenden Inschriften. So zeigt das Medaillon zur Rechten des Altars in sehr grossen Buchstaben das Wort Gloire, zur Linken in gleicher Grösse Patrie, darunter in viel kleineren Buchstaben Bonte und Modestie.— Die Wände der beiden längeren Seiten des Tempels sind mit verschiedenen kleineren christlichen Bildern und Namensunterschriften(z. B. Fénélon) geziert. Auch eine bronzene Büste Christi ist daselbst aufgestellt.
An der Eingangsthür des Tempels sieht man verschiedene Anschläge über die Ordnung des Gottesdienstes während der ganzen Woche. Die Anschläge geben zugleich ein Summarium dessen, was der Fremde von diesem neuen Institute sich zu versprechen habe.(Vergl. die Beilage.) Die höchst merkwürdige Anzeige vom 11. September 1837 lautet: Lundi, II. Septbr., féle très-solemnelle des femmes celèbres, Grand' messe en musigue vocale et instrumentale, exécutée par 80 catholiques frangais. M. IAbbé Chatel officiera, préõchera sur la oocalion de la femme, et distribuera des bougquets à toutes les dames pre- Sentes.


