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Blicken wir hin auf den Staat, den er empfing und vergleichen ihn mit dem, den er seinem hohen Nachfolger übergeben hat; so werden wir überall die staunenswerthesten Fortschritte wahrnehmen, überall die sichern Grundlagen zum ferneren Aufbau des Staatengebäudes gelegt, die Hemmnisse zum Fortschritt besei- tiget finden. Aus einer Armee von Söldnern, die, durch äussern Zwang zusammen- gehalten, zwar unter der Leitung eines kräftigen Führers furchtbar werden konnten aber ausser der Befriedigung ihrer Ruhmbegierde von jeder innigeren Thcilnalunc für die ferneren Folgen ihrer Waffenthaten fern waren, hat Friedrich Wilhelm der Dritte ein volksthümliches Heer geschaffen, dem sich jeder Jüngling auf einige Zeit anschliesst, mit dem jeder Mann in den Jahren seiner Kraft verbunden bleibt; so dass in Zeiten der Bedrängniss jeder, auf die ihm gemässe Weise bewaffnet und geübt sich den Vertheidigern des Vaterlandes an der für ihn bestimmten Stelle an- reiht und wie auf ein Zauberwort mehr als eine halbe Million rüstiger Krieger dem Feinde entgegentreten kann.— Dass eine solche Einrichtung des Heeres nicht nur die sicherste Schutzwehr des Vaterlandes gewährt, sondern auch allen verderbli- chen Eroberungskriegen entgegensteht, leuchtet von selbst ein und Friedrich Wil- helm III., der den Krieg nicht scheute, aber den Frieden liebte und die Kräfte des Menschen zu edleren Zwecken bestimmte als zur Bedrückung und Vernichtung der Völker, wird deshalb mit um so grösserer Liebe als Begründer dieses Verthei- digungssystems verehrt.
Die edleren Zwecke, für die er die Kräfte seines Volkes sparte, galten der Ent- wickelung des Geistes, der Herausbildung des inneren Menschen. Friedrich der Grosse hatte es erkannt, dass Preussens Macht nur durch Preussens Geist belebt und erhalten werden konnte. Je weniger äussere Vorzüge der Lage und des Clima's unser Vaterland begünstigen, desto mehr sind wir angewiesen, durch eifrige Thätigkeit des Geistes jene Mängel zu ersetzen, durch sie den Wohlstand und die Macht des Volkes zu begründen. Vielscitige Ausbildung des Geistes ist daher, wie üherhaupt, so besonders für uns nothwendige Bedingung des Nationalruhms. Dies erkannte Friedrich und ertheilte Befehl zur besseren Einrichtung der seiner Zeit höchst unvollkommenen Volksschu- len, aber,— sei es aus Mangel an der erforderlichen Zahl geeigneter Schulmänner, sei es Vorliebe von Seiten des grossen Königs für die Werkzeuge seines Kriegsruhms — jmmer ist es ein charakteristisches Zeichen jener Zeit, dass er selbst noch ver- ordnete, die Lehrerstellen auf den Dörfern mit invaliden Unteroffizieren zu besetzen, und auf diese Art selbst die von ihm angeregte geistige Entwickelung des Volkes hemmte, die auch unter der nachfolgenden Regierung, wo sogar manche entgegenge- setzte Richtung verfolgt wurde, nicht bedeutende Förderung erhielt.
Wieviel hat nicht der König, dessen Hintritt wir jetzt beweinen, für diesen hoch- wichtigen Zweck gewirkt und durch sein Beispiel die durch ihn freier und unabhängiger gemachten Vorstände der Städte und Gemeinden der Dörfer zu würdiger Nacheiferung
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