Aufsatz 
Festreden und Gedichte zur Erinnerung an das Jahr 1840 / E. F. August
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Gestirne nennen längst schon uns Friedrichs Ehr, Triumph und Jubel haben ihn oft begrüsst; In's treue Herz den Stern der Liebe, Vaterlandsliebe erglänzst du selber.

Drum Heil, mein Friedrich, dir, wie dem Fürstenhaus, Das uns der Helden viele gegeben hat,

Gepaart mit Hochsinn Ernst und Milde

Herrsche dein Stamm, wie du selbst, in Segen.

A. Lommatasch.

Rede.

Eie seltene Feier hat uns heute zur ungewöhnlichen Stunde in diesen der Fest- lichkeit geweihten Räumen versammelt; sie gilt dem grossen Manne, der unserm preussischen Vaterlande, wie den Angelegenheiten Europas eine neue Gestaltung, der durch die Bedeutsamkeit seines Einflusses dem Zeitalter, in welchem er wirkte, seinen Namen gab, dessen Thaten in entlegenen Steppen kriegslustiger Barbaren mit Begeisterung erzählt wurden und dem preussischen Wanderer in fernen Landen ein wirthliches Dach und zuvorkommende Achtung verschafften; sie gilt dem grossen Manne, der und eben dies ist ein Beweis seiner Grösse im Leben und nach dem Tode sowohl viel gepriesen, als auch viel getadelt wurde, bei dessen Namen die Brust jedes Preussen sich mit hoher Freude erfüllt und mit mächtigem Stolze sich erhebt. Ein Jahrhundert ist verflossen, seitdem er auf den Thron, mehr als ein halbes Jahrhundert, seitdem er vom Throne stieg und noch ist sein Andenken frisch und lebendig in den Herzen von Jung und Alt, noch werden die, denen es vergönnt war, den grossen König von Angesicht zu Angesicht zu schauen und sein wohlthätiges Wirken in unmittelbarer Nähe zu empfinden, nicht müde, von ihm zu erzählen, die Späteren nicht müde, von ihm zu hören und an dem Feuer sich zu erwärmen, welches er angezündet hat. Woher das jugendliche Fortleben des längst dahin Geschiedenen? Denkmale von Stein und Erz, welche die Mitwelt oder Nachwelt ihm errichtet hätte, haben seinen Namen nicht bewahrt, und vermögen es auch nicht; jene zerstört die Luft, diese frisst der Rost; sie sind Denksteine, welche weniger den ehren, dem sie errichtet sind, als die, von denen sie errichtet werden; sie sind Zeichen dankbarer Anerkennung späterer Geschlechter, dargebracht früheren Verdiensten, wenig gekannt über den Ort hinaus, der sie birgt, niemals gecignet, den Nachkommen die Bedeutsamkeit dessen zu vergegenwärtigen, dessen Namen sie