Aufsatz 
Festreden und Gedichte zur Erinnerung an das Jahr 1840 / E. F. August
Entstehung
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So hat den Grossen einst seine Zeit erblickt; Noch stieg er höher, lichter sein Name strahlt, Wie er für seines Volkes Rechte Endlich die letzte der Schlachten kämpfte.

Zum Herzen Deutschlands ward nun Borussia's Volk, Ein süsser Zauber fasste die Völker rings,

Wie sie so schaffen sahn und walten

Königlich neu ihn des Friedens Werke.

Des Barden Harfe längst ihn gefeiert hat,

Der Rede Lobspruch trug zu den Sternen ihn, Ganz Deutschland hat es längst ergriffen, Dass er der Einzige war und sein wird.

Ist deiner Thaten Zeit uns vorüber schon,

Du hoher Ahnherr von so viel Herrlichem, Hat neuer Tag den Ruhm verqdunkelt, Den du errangst einer Welt entgegen!

In Freiheitsschlachten siegte dein biedres Volk,

Noch ist's sofern nicht, Helden erstanden neu, Und Heldenehr' und Waffenkränze Grüssten verjüngt die Gefilde Leuthens.

War's andrer Geist, der euch in die Flammen rief, Ihr Enkelsöhne, weit aus Borussia's Gaun?

Sein Geist allein hat so gezündet,

Zeuget es laut, Ihr der Wahlstatt Sieger!

Wohin der Blick trägt fern durch das weite Reich, War's Hochsinn, war es Adel des Geistes nur, Von Friedrichs reicher kühner Aussaat,

Ist das Gekörn, wie der Spross, die Frucht auch.

So tretet schweigend hin an den Königsbau,

Den geist'gen mein' ich, wenn jetzt die Zeit entrollt, Ein jedes Jahr seit hundert Jahren Bringt nun Erinnrung voll tiefen Sinnes.

Und weilt ihr ernster dort an der Königsgruft,

Die nah der Havel süssem Geströme ruht, Steigt wieder dann auf hohen Stufen Königlich ihr zu der goldnen Halle,

Orangenhaine hüllen sie festlich ein,

Des Weisen Ruhplatz war sie im Thatendrang, Wie träumt sich's süss an diesen Stätten, Wacht nicht auch hier des Gewalvgen Geist auf?

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