Aufsatz 
Die Vegetation in der Mark Brandenburg : ein Beitrag zur Pflanzen-Geographie / [Friedrich Wilhelm] Barentin
Entstehung
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Behandlung der Gemenge von mehreren Salzen gelehrt und an mannigfaltigen Combinatio- nen geübt.

B. Im Winter: Die qualitative Analyse mit dem Löthrohr wurde mit einem Theile der Schüler geübt, namentlich die Erkennung von: Eisen, Kobalt, Mangan, Kupfer, Queck- silber, Chrom, Zinn, Zink, Blei, Wismuth, Kieselsäure, Thonerde, Magnesia durch Reduction, qurch Schmelzen mit Borax, Phosphorsalz etc. Ferner wurden verschiedene synthetische Arbeiten aus dem Gebiete der organischen sowie der unorganischen Chemie ausgeführt und dargestellt: kohlensaures Chromoxydul, salpetersaures Chromoxydul, Chromchlor, Chrom- oxyd, Kaliummanganeisencyanür, Manganoxydoxydul, Antimonsaures Kali, wasserhaltige An- timonsäure, wasserfreie Antimonsäure, basisch salpetrigsaures Bleioxyd, Phosphorsaure Ammo- niak-Magnesia, Schwefelkaliumpyrophor, Schwefelleber, Schwefelmilch, Schwefelwasserstoff- Schwefelnatrium, Phosphorsaures Eisenoxydul, Färben und Cattundruck mit Indigo mittelst kalter Küpe, Stärkezucker etc.

II. In Ober-Secunda. Sowohl im Sommer- als im Wintercursus wurden wie dies für die Anfänger nötbig ist, um die stets wiederkehrenden mechanischen Manipula- tionen zu zeigen zuerst einige quantitative Analysen ausgeführt, namentlich von Eisen- vitriol, Zinkvitriol, Kupfervitriol, Alaun. Sodann wurde die Darstellung verschiedener Prä- parate ausgeführt, namentlich Säuren, als: Borsäure, Kieselsäure, Kieselfluorwasserstoffsäure, Phosphorsäure, Weinsäure; ferner Salze, als: xllis. schwefelsaures Manganoxydul, Zinkvitriol, Eisenvitriolxlle, salpetersaures Bleioxyd, salpetersaures Kupſeroxyd, neutrales kohlensaures Kali in Pseudoxllen des doppelkohlensauren Kali, Berlinerblau, Calciumeisencyanür, Wein- saures Eisenoxydul, Chlorcalcium, salpetersaures Natron, vierfach oxalsaures Kali etc. Ferner Gase, als: Sauerstoff, Wasserstoft, Stickstoffoxyd, Fluorkieselgas, welche theils im Unter- richte, theils in den Uebungsstunden verwendet wurden.

In Hinsicht auf die technischen Fertigkeiten und den Gesang, deren Pensa oben nicht angegeben werden konnten, ist hier noch Folgendes nachzuholen.

a) In den Schreibstunden macht der Lehrer auf die einfachsten Formen, aus denen sich die einzelnen Schriftzeichen am leichtesten entwickeln, zuerst aufmerksam, und gewöhnt die Hand durch anhaltende Uebung in denselben an die richtige Lage und Führung. Des- halb sind auch in der untersten Classe 3 Stunden für diesen Unterricht anberaumt. Da nun hier die Fertigkeit der Schüler sehr bald auseinandergeht; so werden in jeder Classe die Ab- theilungen nach dem Ermessen des Lehrers gebildet und durch Vorlegeblätter, welche den Fortschritten der Schüler entsprechen, beschäftigt.

b) In den Zeichenstunden wird, einer früher erlassenen Vorschrift des Königl. Unterrichts-Ministerii gemäss, in den untern Classen mit freier Darstellung von Linien und Umrissen, deren Lage und Richtung durch gegebene Punkte bestimmt ist, die Uebung der Schüler begonnen, und durch Nachbildung vorgegebener Musterblätter so weit geführt, dass in den oberen Classen die Zeichnung nach Gypsmodellen eintreten kann.

Die bei der Prüfung ausgelegten Schreib- und Zeichenbücher geben einige Proben der Leistungen unsrer Schüler. 1

c) Für den Gesang sind die Schüler in vier Classen gebracht, welche gesonderten Unterricht erhalten. In der untersten Classe, an welche sich alle Quintaner anschliessen müssen, wird die Notenkenntniss und die Einübung der Tonleitern in einem halbjährigen Cursus vorgenommen. Die Schüler erreichen hier schon so viel Fertigkeit, um leichte Me- lodien auffassen und vortragen zu können. In der dritten Singeklasse wird diese Uebung fortgesetzt und besonders der Choralgesang weiter ausgebildet, obwohl hier vorzugsweise

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