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prangende Sedumarten zieren in Farbenfülle und unvertilgbarer Menge Wiesen Wege und Felder.
— Diese reiche Flor übernimmt der Juli, der uns 235(43 Monokot. 192 Dikot.) neue Blumenformen bringt, ausgezeichnet durch zahlreiche Syngenesisten, die aber noch viel überwiegender zu sein scheinen, da sich ihnen die ähnlich gestalteten Scabiosen in zahllosen Individuen zugesellen. Potamophilen, Solaneen und Cheno- podien, minder arteureiche Gruppen beginnen in grösster Menge jetzt zu blühen; die letzteren gehören überhaupt schon der spätsommerlichen Flora an. Im August sind nur noch 13 neue Arten zu finden, im September nur 4, überdies noch selten in der Mark, und der klimmende Epheu, der seine Blüthezeit bis in den October verschoben hat, schenkt uns die letzten Blumen im Jahr, wie der Weinmonat die letzten freundlichen warmen Tage.
Wie es Gewächse gab, und wir machten deren mehrere namhaft, die allen Klimaten angehören, so haben wir auch Pflanzen, die unter allen Wechseln der Wit- terung Blumen und Blätter treiben, vom wetteränderlichen April bis dahin, wo kalte Novemberwinde den Flauren die letzte Zierde rauben. Die Lamium-Arten, Bellis perennis, Viola tricolor, Alsine media, Thlaspi arvense, Capsella Bursa Pasto- ris, Poa annua, Erodium cicutarium, Leonlodon Taraxacum sind die bekanntesten Beispiele dieser Art. Bei Weitem aber die Mehrzahl hat eine beschränkte Blüthe- zeit, und es stellt sich hier bei genauerer Betrachtung derselben eine interessante Analogie, deren Detail die später folgende Tafel genauer nachweist, zwischen Blüthe- zeit und der gleichzeitig herrschenden Witterungsverhältnisse einerseits und der geo- graphischen Verbreitung gewisser Pflanzenformen andererseits heraus. Wie nämlich viele Pflanzengruppen in fast allen Zonen repräsentirt sind, unter einem bestimmten Himmelsstrich aber am vortrefflichsten gedeihen, eigentlich heimisch sind, so finden sich auch fast zu jeder Zeit innerhalb der Vegetationsperiode ein oder einige Re- präsentanten der in unseren Breiten herrschenden Familien in Blüthe, aber immer ist es eine bestimmte Zeit, in welcher eine entschiedene Mehrzahl der Arten aus einer Familie gleichzeitig blüht und welkt, um einer anderen Gruppe Platz zu machen. Es hat sich bei der unten angegebenen Zusammenstellung ganz unzweideutig gezeigt, dass die meteorologischen Verhältnisse, unter denen eine Pflanzenform bei uns ihr Blüthen Maximum erreicht, denjenigen am ähnlichsten sind, die da herrschen, wo dieselbe Form eigentlich ihre Heimath hat. Wie wir vom Frühling an in immer süd- lichere Klimate rücken, so kommen im Verlauf des Sommers immer südlichere For- men zur Entwickelung, und wir schen nacheinander die Vegetationen des Nordens bis zu eiuner um 23 ⅓ Grad südlicheren Region als unsere geographische Breite an uns vorübergehen, freilich nach der eigenthümlichen Lage unseres Landes abgeändert, und den hier herrschenden Bedingungen angepasst. Die Amentaceen z. B. nahmen, wie wir sahen, nach Norden hin im Verhältniss zur übrigen Pflanzenzahl zu, und so


