Aufsatz 
Die Vegetation in der Mark Brandenburg : ein Beitrag zur Pflanzen-Geographie / [Friedrich Wilhelm] Barentin
Entstehung
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blätterlos Haselnüsse, graue Elsen und die lombardische Pappel ihre zahlreichen hängenden Kätzchen, und werden mit den wenigen bei uns im Freien vorkommenden Exemplaren von Schneeglöckchen und Frühlingsleucoyen(Leucoium wernum) die ersten Boten des herrannahenden Frühlings. Im März steigt die Zahl der aufblü- henden Gewächse auf 44,(5 Monokot. 39 Dikot.) hauptsächlich kätzchentragende Laubhölzer, und die mit reicherem Farbenschmuck prangenden Anemonen, Frühlings- Adonis, Pulsatillen und die blaue Hepatica lriloba, sämmtlich aus der Familie der Ranunkeln. Früh blühende Ehrenpreisarten, Draba verna, Ornithogalum pratense und Erodium cicutarium bieten sich schon oft in Menge dar. 154 Arten(34 Monok. 120 Dikot.) bereichern im April unsere Flor. Ausser vielen Arten von Pappeln und Weiden vermehren Roth- und Weissbuchen, Birken, Eichen und klebrige Elsen die Zahl der blühenden Amentaceen. Gärten und Hecken erhalten, durch die noch im Mai mit schneeigen Blüthen bedeckten Obstbäume eine reiche Zierde, wie Wälder und Triften von pomaceenähnlichen Fingerkräutern und Erdbeeren. Auf den Sümpfen erscheinen in freudiger Fülle Andromeden und die ruhiges Wasser liebende Caltha. Viele Veilchen, Ehrenpreise, Ribesarten und kreuzblüthige Gewächse treten hinzu, so wie die den ganzen Sommer hindurch blühenden wohlbekannten Arten von Lamium, Leontodon und Bellis. Unter den Monokotyledonen sieht man viele Species der artenreichen Gattung Carex, und die Wollgräser, deren Fruchtähren im Mai über Wiesen und Torſsümpfen, flatternden Schneeflocken vergleichbar, schweben.

Im Mai erblühen 334 Arten(94 Monokot. 240 Dikot.); neben vielen Seggen in überraschender Menge die Gräser, deren zierliche Gestalt und heitere Beweglichkeit den Fluren ein überaus freundliches Ansehn verleihn. Neben ihnen erscheinen die meisten unserer Orchideen, grossblumige Irisarten und schattenliebende Convallarien. An die Stelle der im März schon aufgeblühten Ranunkeln treten jetzt andere PFormen derselben Familie, hauptsächlich aus der Gattung Ranunculus, wie die Form der welkenden Obstbaumblüthen an Brombeersträuchern, Weissdorn und zahlreichen krautigen Rosengewächsen im Mai sich wiederholt. Leguminosen und Syngenesisten, die man bei höherer Temperatur in den folgenden Monaten in grösster Menge findet, erscheinen schon jetzt mit bedeutender Anzahl von Arten, neben denen sich die Asperifolien, Geranien und Alsineen durch Reichthum an Individuen geltend machen.

Die meisten Blüthen entfaltet der Juni. 493 Pflanzenarten(125 Monokot. 368 Dikot.) öffnen ihre Blumenkronen, und geben den Gräsern, Leguminosen, Cruci- feren und Schirmpflanzen eine ansehnliche Bereicherung. Dichtgedrängte Spiräen- blüthen, wilde Rosen auf stachligen Blumenstielen, viele Arten duftender Labiaten und ihrer Verwandten der Scrophularinen sind die Sprösslinge des Juni, an dessen Sonne, für uns lichtreicher als in anderen Jahreszeiten, die Farben eine hohe Inten- sität erlangen. Feuerrothe Mohnblumen, Nelken, Kornblumen und an sonnigen Hügeln

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