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Temperatur von 21° R., während bei starkem Thau gegen den Morgen das Thermo- meter bis auf 5— 6° sinkt; auch bei uns sind in der Zeit, wo die meisten Orchideen blühen, im Mai und Juni die Nächte kalt und feucht, während es bei Tage oft drückend heiss ist. Auf den Canarischen Inseln dagegen ist die mittlere Temperatur des kältesten Monats in der subtropischen Region 14° R., und selbst dann sinkt das Thermometer kaum je unter+ 10⁰°.
Endlich ist das Verhalten der Coniferen, über welche unsere Tafel zwar nichts angiebt, dennoch von besonderem Interesse. In der obenerwähnten Region der Canarischen Inseln sind zwei Coniferen Ephedra allissima und Juniperus thu- rifera unter den 182 Phanerogamen, was einem Verhältniss von 1, 1: 100 entspricht; in Deutschland und Lappland ist dies Verhältniss nur 0, 5: 100, und die vorkommenden Coniferen sind vorzugsweise Arten der nur kälteren Gegenden eigenthümlichen Gat- tung Pinus. Dieses auf den warmen Inseln in der Meeresnähe den Coniferen so günstige Verhältniss erinnert unwillkührlich an die Vegetation gewisser vorweltlicher Floren, namentlich an die Periode der Oolithgebirge, wo zahlreiche Coniferen, und grade seltener aus der Gattung Pinus, Wälder bildeten in Landstrichen, denen man nach dem eben Gesagten grössere Wärme und Meeresnähe zuzuschreiben geneigt wird, ganz wie es die Folgerungen aus anderen geologischen Thatsachen auch ergeben.
III. Statistik der märkischen Flora.
Wie überall hat auch bei uns der stetig erweiterte Anbau des Bodens an vielen Stellen den ursprünglichen Vegetationscharakter zum Theil oder gänzlich ver- wischt. Wir besitzen von dem durch seine geognostischen Arbeiten über die Mark vielfach verdienten Direktor Klöden voͤrtreffliche Schilderungen des Zustandes, in welchem vor Jahrhunderten verschiedene Gegenden der Mark sich befanden, ehe der unwirthbare Boden in fruchtbare Fluren umgeschaffen war. Meilenweite sumpfige Niederungen mit ausgedehnten Sandflächen und zahlreichen Seen wechselnd, gaben dem Lande eine nur noch an wenigen Stellen erhaltene Physiognomie. Möge es genügen nur an ein Beispiel zu erinnern.„Bis zum Jahr 1718 war das Havellän- dische Luch eine wilde Urgegend, wie die Hand der Natur sie gebildet hatte, ein Seitenstück zu den Urwäldern, nur in geringerer Ausdehnung und als Luch abgeän- dert.— Weit und breit bedeckte ein Rasen auf zusammengefilzter Wurzeldecke von bräunlich grüner Farbe die wassergleiche Ebene, deren kurze Grashalme den Rietgräsern namentlich Carer vulpina, C. Paniculala, stellulala, Pseudo-Cyperus, acuta so wie der Aira caespilosa und aqualica angehören.— In jedem Frühjahr quoll der Boden dieses Luchs durch das hervordringende Grundwasser auf, die
Rasendecke hob sich in die Höhe, bildete eine schwimmende elastische Fläche, 2


