12 Lage des Fuciner Sees.
sowohl des tyrrhenischen, als des adriatischen Meeres ganz gleich, nämlich etwa 17 geogr. Meilen findet; ebenso beträgt die geringste Entfernung nach beiden Meeren in directem Abstande die gleiche Zahl von Meilen, nemlich 11, auf der Seite des tyrr- henischen Meeres bis zum innersten Winkel des Golfs von Gaeta, auf der des adria- tischen bis zu der Mündung der Pescara. Ebenso wird eine durch die Mitte der Halbinsel, ihrer Längenerstreckung nach, von dem nördlichen Apenninenjoche, welches dieselbe von der Lombardei trennt, bis zum südlichen Winkel des tarentinischen Meerbusens gezogene Linie durch den Fucino in zwei gleiche Hälften von etwa 50 geographischen Meilen getheilt: so dass in der That dieser See mit grösserm Rechte verdient hätte, der Nabel Italiens genannt zu werden, als die unbedeutende Lache der cutilischen Wasser ⁶), welche viel zu weit gegen N. liegt. Freilich wird es Niemandem einfallen, in Solahen Ausdrücken der Allen bsoe ahische Genauiekent und Schärfe zu suchen. 22.
Was aber näher die Lage des Sees betrifft, so sind die allgemeinsten Ver- hältnisse derselben aus dem beréits oben Gesagten zu entnehmen. Er liegt, wie wir sahen, an dem südlichen Ende der langen, unmittelbar am Fusse der Gentralapenni- nenkette sich erstreckenden Thalbildung, welche, in ihren verschiedenen Gliedern allerdings verschieden modificirt, als allgemeinen Character die Eigenthümlichkeit hat, dass sie durch zwei in ziemlich gleichmässiger, meist nicht unbedeutender Entfernung fortlaufende Bergzüge gebildet ist, zwischen denen sich als Sohle des Thales eine fast ganz ebene Fläche mit einem im Ganzen nur geringen Abfalle nach einer Seite hinzieht. Ja manche Glieder derselben entbehren entweder in ihrer ganzen Ausdeh- nung, oder doch theilweise so sehr des Abfalls, dass sich darin, bei tiefern Einsen- kungen und grösserer Wasserfülle bleibende Seen, oder, wo diese beiden Bedingun- gen in nicht hinlänglich hohem Grade zusammentreffen, Versumpfung während eines Theiles des Jahres bildet. Diese auch in Kalkgebirgen anderer Gegenden, wie z. B. in Griechenland so häufige Bildung„welche, bei der in südlichen Ländern doppelt grossen Wichtigkeit der Gewässer und ihrer Regelung, von dem wesentlichsten Ein- flusse auf das Leben und Bestehen der dort wölhenden Völker ist, findet nicht allein in den oben berührten, ausgedehntern und wichtigern Thälern Italiens statt, sondern kehrt auch in grösserm und kleinerm Maassstabe bei unzähligen untergeordneten wie- der; am haäufigsten, wie es leicht begreiflich ist, in den reicher und: mannigfaltiger entwickelten Theile des Apenninensystems. So finden sich in den Umgebungen des Fucino selbst sehr viele ähnliche Oertlichkeiten: wie zunächst der Theil der Campi palentini, welcher im W. des Sees sich vom Fusse des Salviando nach dem Liristhale hinzieht; ferner die weit ausgedehntere und bedeutend höher liegende Thalebene, nordöstlich vom See, in deren Mitte Rocca di Mezzo steht, im Sommer ein weiter
⁴) s. Püin H. N. IHI. 17.(12.) Solin. c. 8. l ib er aa jue Teloag arne
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