Aufsatz 
Der Fuciner See / [Gustav] Kramer
Entstehung
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Sein Thalbecken. 13

Wiesenplan, im Winter ein Sumpf oöder See; dann im S. O. das schöne Thal von Sulmona, so wie der etwas entferntere, wiederum viel höher gelegene Piano di Cin- quemiglia; das Thal des Sangro oberhalb Barrea, welches, früher wohl ein See, erst nachdem derselbe durch Sedimente und Travertinbildung gefüllt war), sich in ein eigentliches Flussthal umwandelte, und viele andere Puncte mehr. Die Berge, wel- che diese Thalweitungen begrenzen, erheben sich, wenn sie, wie die eben genannten, dem hohen Apennin angehören, fast immer steil und plötzlich aus denselben empor. So auch bei dem Fuciner See. en e

Sein länglich gestaltetes, von N. W. nach S.O. gestrecktes Thalbecken ist auf sei- ner nordwestlichen Seite geöffnet, und erhebt sich nach dieser in sanftem, kaum bemerk- lichem Ansteigen vom Spiegel des Sees bis zum höchsten Puncte der hier sich aus- dehnenden Campi palentini bei dem Oertchen le Capelle, welches kaum 170 über dem Spiegel des Sees liegend*) die Wasserschieide zwischen ihm und dem Salto bildet?). Auf der entgegengesetzten Seite nach S. O. ist es sackförmig geschlossen durch bedeutende Höhen, welche, von der an seiner nordöstlichen Seite hingelager- ten, mächtigen Bergkette ausgehend, sich in starkem Winkel nach W. wenden. Die gegen N. O. gekehrte Längenseite wird von der hohen Kette des Velino begleitet, dessen ungeheure, zweigipflige Felsenpyramide wenige Stunden vom See entfernt, im Norden von Albe bis zu der Höhe von 7683(Westspitze) und 7476(Ostspitze) jählings emporsteigt. Dieser Kette, welche der Hauptrichtung des Apennin folgend, den ganzen Raum zwischen den Thalgründen des Salto und Fucino einerseits, und des Aterno andrerseits mit gewaltigen, kühn emporstarrenden Felsrücken füllt, ent- spricht auf der gegenüberliegenden nach S. W. gekehrten Längenseite des Beckens der freilich unendlich viel unbedeutendere Rücken des Salviano.

So wie der Velino aber selbst von seinem höchsten Gipfel fast unmittelbar bis zu der an seinem Fusse liegenden gegen 5000 tiefern Ebene herabstürzt und nur ein schmaler Saum von Hügeln ihm vorgelagert ist, ebenso ist der Absturz der von ihm sich südöstlich an dem See hinziehenden Höhen ebenfalls äusserst jäh und ich erinnere

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²) s. Tenore Osservazioni ſisico. seologiche etc. in den Aunaſ civili lom. IX. p. 58. sq.

2) s. Rivera Progetto eic. p. 35. 11917½ tſ 4 5 6) Dem 4ten Bande der Hohenstaufen des Herrn v. Raumer ist ein Plan dér Campi palentini beige- fügt, von ihim selbst an Ort und Stelle entworfen. Er sagt davon allerdings selbst(Vorrede p. VI.), qass ihr mathematische Genauigkeit fehle: aber sie gieht ausserdem wohl ein im Ganzen unrichtiges Bild der Gegend, und es fehlt viel, dass sie die örtlichen Verhältnisse treuer darstellte(wie es ebendaselbst heisst), als alle frühern Karten. Die grosse Karte von Rizzi Zannoni ist jedenfalls viél bessér, und in der That, wenn man sie zu gebrauchen wéiss, lürt diese Gegend ziemlich gut. u Einé sonderbare, aber nütaliche, und im Ganzen liemlich richtige Anschauung giebt die kartenar- tige Abbildung dieser Gegend bei Fäbretti's Ahhandlung de Eiissario Fueini. Die von D Anville (8. Analyse géogr. de l'Italie p. 174.) gepriesene, und deshalb gewiss treffliche Karte der Marsi-

schen Diöcese vom Abb. Revillas habe tichsleider nicht zu Gesicht bekommen..