. Der Fuciner See. 11
silicata. Die Bildung der mit dem Hauptzuge parallellaufenden Thäler zeigt sich dagegen nur noch in dem nun schon Sdanz von S. nach N. ziehenden breiten Val di Diano, welches übrigens in allen seinen Beziehungen den oben erwähnten Thä- lern, namentlich dem von Rieti ganz analog ist.
In dem bis zu 6640 emporsteigenden Monte Pollino, der nördlich über dem Thale des Cratis gelegen in gewaltigen Steilwänden zu demselben herabstürzt, naht sich das Gebirge seinem Ende, indem es von dort an nur noch ſeine schmale Kette dicht an dem Ufer des tyrrhenischen Meeres hinsendet, dessen letzter hoher Punkt, der Monte Cocuzzo(52729), seine äussersten niedern Ausläufer bis zu der durch den Golf von Eufemia und von Squillace gebildeten Landenge dehnt. Abweichend von den frühern Erscheinungen zieht an seiner Ostseite das schöne breite Längenthal des Cratis, unter dem Pollino sich nach Osten wendend hin, gebildet durch jene letzte Kette des Apennin und den Sila, welcher, geologisch wie geographisch von jenem verschieden, als eine eigne Masse angesehen werden muss. In der erwähn- ten Landenge sinken die Erhebungen zu so unbedeutenden Hügeln, dass nicht allein Dionysius den Plan fasste, eine Mauer von einem Meere zum andern zu ziehen ⁴), sondern Carl III., der Wiederhersteller Neapels, dieselbe durch einen Canal zu durch- schneiden beschloss*). Die letzte Spitze der Halbinsel endlich in der Mitte durch- ziehend, erhebt sich die Kette des Aspromonte(42340 in südwestlicher Richtung dem gegenüberliegenden Sicilien zugewendet, in dessen nördlichem Gebirgszuge sie ihre Fortsetzung findet, obwohl die von den Alten so allgemein überlieferte, und bis auf die neusten Zeiten vielfach nachgesprochene Annahme von einer Losreissung Siciliens von Italien ein Traum ist. 2 5!
Nachdem wir auf diese Weises eine allgemeine Uebersieht dler Ttdeedelenee des Apenninensystems, welche freilich erst durch vollständige Durchführung im Ein- zelnen ihre Erfüllung und rechte Belebung erbalten würde, gewonnen und uns da- durch orientirt haben, werden wir im Stande sein, die einzelnen Verhältnisse des Punctes, dessen genauere Betrachtung der Gegenstand dieser Zeilen ist, in ihrem ge- hörigen Zusammenhange näher zu beleuchten. 1 „Der Fuciner See(Lacus Fucinus bei den Römern, t Govuloa bei Strabo, Sovxlvy bei Dio, Lago Fucino oder Lago di Celano bei den Italienern) liest also inmitten der mächtigsten Gebirgserhebung des Apepnin, welche selbst wiederum die Mitte der italienischen Halbinsel bildet, in der Erstreckung von etwa 41 56 ,— 422 2, nördl. Breite, und 11°177— 11° 26, sllicher Länge, von Paris. Er Pegt in der That so völlig in der Mitte der Halbinsel, dass man auf,dem ihn durchschnei- denden 42sten Meridiane die directe Entfernung messend, dieselbe bis zu der Küste
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*) s. Strabo l. VI. p. 261.— *) s. Brocchi Osservaz. geolog. sui Contorni di Reggio in der Bibliot. ital. XIX. p. 69. sq. 2*


