8 Ueberblick des Apennin.
lichen Theils, um dahin zurückzukehren, bildet bis etwa in die Gegend von Orvieto eine dritte Parallelkette, deren höchste von N. und S. pyramidenartig, aber sanft- ansteigende Spitze der Monte di Cetona ist, und welche im N., durch die letzten Ausläufer des Monte Scalari den Arno in wunderbarer Biegung fast zu seiner Quelle zurückwendend, oberhalb Florenz endet. Ob im W. von diesem Zuge noch eine vierte Parallelkette, etwa als westlicher Rand des eigenthümlich zerrissenen Terrains, in dessen Mitte Siena liegt, vorhanden sei, weiss ich nicht, da ich diese Gegend weder selbst geschen, noch irgendwo deutliche und genügende Auskunft darüber gefunden habe. Es möchte jedoch nicht unwahrscheinlich sein, dass dieses Verhält- niss auch dort noch stattfindet, obwohl nicht in bedeutender Ausdehnung, indem bereits vom Monte Amiata und Radicofani das vulkanische Gebiet beginnt, welches seine eignen Gesetze hat.
Von diesen untergeordneten Zweigen zu dem Zuge des Hauptkammes der Apenninen zurückkehrend, bemerke ich, dass derselbe vom Monte Nerone, wie bereits angedeutet wurde, gewaltiger ansteigend(der nahe Monte Catria ist 5208 hoch) bei ungefähr gleicher Höhe seiner Hauptgipfel die Richtung gegen S. O. beibehält, bis gegen die Quellen der Nera, in deren Nähe der Monte Sibilla sich zu 6766 üb. d, Meere erhebt. Daran schliessen sich alsbald die grossartigen Massen des höchsten Centralapennin im Velino(76830), Gran Sasso d'Italia(95777 nach Oraz. Delfico, 8934 nach Schouw), Monte Majella(8769*) etc. Aber jene begleitende Thalbildung verlässt auch hier den Zug dieser grossen Kette nicht, und das obere Thal des Tiber, welcher, wie wir oben sahen, unterhalb Perugia in ein Querthal tritt, um späterhin die Chiana gleichsam fortzusetzen, findet seinerseits eine Fortsetzung in der unmit- telbar am Fusse des hohen Apennin südöstlich ziehenden prachtvollen Thalweitung von Foligno, deren verschiedene Wässer(darunter der wasserreiche, cristallhelle Cli- tunno) im Topino vereinigt sich unterhalb Perugia in den Tiber ergiessen. Das Ni- veau dieses Thals, welches sich in kaum merbklicher Ansteigung gegen S. O. bis Spo- leto(dies, schon am Fusse der Höhen, ist in seinem untern Theile 869“ üb. d. M.) hebt, ist im Allgemeinen nur wenig höber als das Tiberthal: indem Foligno, in der Mitte desselben gelegen, 559 nach Pini, der Tiber dagegen beim Einflusse des Nestore, dem nächsten mir bekannten gemessnen Puncte, 485 nach Litta üb. d. M. liegt. Es zieht sich vor seiner Ausmündung in dasselbe von der östlichen Seite her ein freilich nur schr geringer Rücken, mit sehr sanftem Abfalle nach der Seite von Foligno, quer vor, welcher aber doch, wenn er sich zur gegenüberliegenden westlichen Begrenzung des Thales erstreckte, und dem Topino nicht eine Thallücke entweder geblieben, oder von ihm gebrochen würe, hinreichen würde, diese ganze herrliche Ebene in einen See zu verwandeln. Hinter Spoleto, welches am südlichen Ende dieses Thales liegt, steigt unmittelbar ein ziemlich hoher Gebirgszweig empor, der von dem Hauptzuge des Apennin ausgehend jene Thalbildung durchschneidet und die oben berührte un-


