Aufsatz 
Ueber die Naturgeschichte des Kreuzsteins, eine mineralogische Abhandlung / von F. Köhler
Entstehung
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zwei anstossende Octaederflächen der beiden Individuen immer in eine Ebene fallen. Es sind aber auch dieselben Zwillinge, auf die man sich zur Widerle- gung der Viergliedrigkeit neuerdings berief, indem man den Rruch der zusam- menstossenden Flächen von Winkelverschiedenheiten in den Endkanten des Oe- taeders herleiten, und als etwas Konstantes ansehen wollte. Allerdings sind bei der starken Streifung der Octaederflächen dieselben häufig in der Zone der Streifung gebogen, woraus nothwendig eine Brechung der gemeinschaftlichen Fläche an der Verwachsungsgränze folgen muss; aber es zeigen sich auch Kry- stalle, an denen mit der grössten Schärfe das Zusammenfellen der beiden Oc- taederflächen in eine Ebene zu beobachten jist.

Stets sind diese Zwillinge, unter denen übrigens die Abänderung Fig. 7, an der noch die Flächen s auftreten, bei weitem die seltnere ist, nur so ver- wachsen gefunden worden, dass dia rhombiseh ge*‿teoifheee Säulenflächen nach aussen, die quergestreiften aber in den einspringenden Kanten gegeneinander sich wenden.

Wernekinchk hat eine Reihe von Zwillingen des anneröder und schif- fenberger Kreuzsteins abgebildet, die sämmtlich in der Endigung die sich kreu- zende Zuschärfung haben, in der Ausdehnung der Säulenflächen sich aber auf den Raum eines Individuums beschränken, und daher keine einspringenden Sei- tenkanten zeigen. Das Gesetz der Verwachsung ist ganz dasselbe, wie bei den harzer und kongsberger Kreuzkrystallen; sie unterscheiden sich also von den obersteiner nur durch das Erscheinen der Zuschärfung an den Krystallenden.

Die merkwürdigste und auffallendste Art der beim Kreuzstein gefunde- nen Zwillingsverwachsungen ist die Fig. 8 und 9 abgebildete, von denen die erste von W9ernekinck schon angeführt, die zweite aber an einem andreasber- ger Stück von mir wahrgenommen wurde. Diese Sechslingsgruppe sitzt auf zerhacktem Quarze, zugleich noch mit vielen Kreuzkrystallen der in Fig. 6 und 7 abgebildeten Varietäten, und hat eine Länge von. Da sie nur mit einer Krystallspitze aufgewachsen ist, so ist es vergönnt, ð der ganzen Gruppe be- quem zu betrachten. Drei Zwillingskrystalle von der gewöhnlichsten Abände- rung(Fig. 7) sind mit ihren Längenaxen dergestalt rechtwinklig durcheinander- gesteckt, dass immer vier Octaederflächen von vier Individuen in eine Ebene fallen, dass also die ganze Gruppe den Iabitus eines Granatoeders annimmt. Die Krystalle zeigen überall die gewöhnliche Streifung, die also, wenn wir uns