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ten wie sinnreichen Vergleich mit den sich rechtwinklig kreuzenden Pentagon- dodecaedern des Schwefelkieses*). Offenbar spricht sich in beiden Krystall- bildungen das Streben der Natur aus, das dem Symmetriegesetze zuwider un- gleichwerthig Gewordene wieder auszugleichen; nichts kann uns also mehr auf- fordern, die Zwillingsbildung beim Kreuzstein als ein solches Zurückkehren ei- nes zweiundzweigliedrig gewordenen Krystallsystems zur ursprünglichen Vier- gliedrigkeit zu betrachten.
Die Reihe der früher schon beobachteten Zwillinge ist durch die am Kreuzstein der Basaltmandelsteine, vorzüglich durch Wernekinck ¹), Hes- sel ³) und Haidinger ⁴) aufgefundenen Verwachsungen auf eine sehr beleh- rende Weise bereichert, und dadurch zu einem gewissen Grade der Vollendung gebracht worden.
Wir beginnen die Darstellung dieser Zwillingsbildungen mit denjenigen Formen, die einfache Individuen zu Pilden scheinen, und vielleicht früker sehon
auch dafür gehalten worden sind, bis endlich Haidinger's meisterhafte Unter- suchung über die Zwillinge des Quarzes, blos auf Betrachtung der Oberflächen- beschaffenheit gestützt, ähnlichen Beobachtungen die Bahn brach.
Zuweilen erscheinen zwei Individuen in gegenseitiger Durchdringung und regelmässiger Begränzung; dann sind die Octaederflächen der Länge nach durch Diagonalen getheilt, von denen aus, mit den an die Säulenflächen angränzenden Kanten parallel, die Streifungen auf den Octaederflächen fortlaufen, und folglich die in Fig. 3 dargestellte federförmige Streifung bilden. Diese, bei den Kreuz- steinen der Mandelsteine und Basalte häuſigen Zwillinge sind sehr oft mit ein- fachen Individuen verwechselt worden, was gewiss schlagend genug beweist, wie wenig man in den meisten Fällen eine Brechung der Octaederflächen von der Verwachsungsgränze aus bemerken kann, wiewohl sie, wenn auch ganz schwach, zuweilen sichtbar ist. Sämmtliche vier Säulenflächen tragen dann die rhombi- sche Streifung; bei den Kreuzsteinkrystallen der Mandelsteine wird sie aber
häufig sehr undeutlich und kaum bemerkbar.
1) Weiss im Magazin der Gesellschaft naturf. Freunde zu. Berlin. VIII. 33. 2) a. a. O. 180 u. folgend.
3) a. a. O. 6. 4) Brewster Journal of science. VII. 140.


