Aufsatz 
Geschichte der religiösen Bewegung im Hochstifte Fulda während des 16. Jahrhunderts / von J. Gegenbaur
Entstehung
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16. Am 13. November verlor die Anſtalt einen braven Schüler, den Quartaner Otto Linnenkohl, welcher zu Keulos bei ſeinen Eltern ſtarb. Am 16. geleiteten ſeine nähern Mitſchüler, geführt von ihrem Ordinarius, ſeine Leiche zu ihrer Ruheſtätte.

17. Am 19. November wurde das Trauergedächtnißamt für den das Jahr zuvor verſtorbenen Schreiblehrer des Gymnaſiums, Regiſtrator Jeßler, am 21. in gleicher Weiſe für den verſtorbenen Gymnaſiallehrer Schmitt und am 22. für die verſtorbenen Wohlthäter der Anſtalt, insbeſondere für die Stifter der Stipendien, in der Gym⸗ naſialkirche gehalten.

18. Am 4. Februar wurde das Andenken an Hrabanus Maurus, der Begründer des deutſchen Schulwe⸗ ſens, Vorſteher der Kloſterſchule Fulda, in herkömmlicher Weiſe durch eine öffentliche Schulfeierlichkeit begangen. Bei derſelben hielt der Oberprimaner Ludwig Schweinsberg einen lateiniſchen VortragDe tribunis plebis. Deutſche Vorträge hielten der Unterprimaner Nikolaus Kircher über das Thema:Das Blut der Martyrer be⸗ feuchtete den Boden, aus welchem die chriſtliche Kirche hervorging und der Oberprimaner Richard von Boxberger über das Thema:Was vereitelte die Verſuche der Römer, ganz Deutſchland zu unterjochen? Gedichte wurden declamirt von dem Oberſecundaner Hermann Jäger, den Obertertianern Ludwig Knorz und Wilhelm Höfling, dem Untertertianer Georg Weſener, dem Quartaner Urban Müller, den Quintanern Ferdinand Malkmus und Hein⸗ rich Spahn, den Sextanern Adam Schneider und Joſeph Stieb, Die Sängerchöre des Gymnaſiums trugen der Feier des Tages angemeſſene Geſänge vor.

C. Statiſtiſche Verhältniſſe.

Freguenz des Gymnaſiums.

Beim Beginne des Schuljahres betrug die Zahl der Schüler 196(I 21, II 25, III 53, IV 27, V 35, VI 35), unter welchen ſich 123 katholiſche, 72 evangeliſche, 1 israelitiſcher, andrerſeits 145 einheimiſche und 51 auswärtige befanden.

Im Verlaufe des Schuljahres gingen 13 Schüler ab, und 1 ſtarb, wogegen 11 aufgenommen wurden.

Demnach zählt das Gymnaſium am Schluſſe des Schuljahrs 193 Schüler(I 21, II 23, III 46, IV 24, V 37, VI 42), unter welchen ſich 123 katholiſche, 70 evangeliſche, andrerſeits 138 einheimiſche und 55 auswär⸗ tige befinden.

Von den ausgetretenen Schülern wollten ſich 2 dem Militärſtande, 2 dem Handwerkerſtande, 1 dem Forſtfach,

l der Oekonomie, 1 der Pharmazie, und 1 der Handlung widmen; die übrigen gingen ab ohne Angabe ihres ferneren Berufs,

2. Abiturienten.

Am Schluſſe des Schuljahrs werden mit dem Zeugniß der Reife zur Univerſität entlaſſen werden die Oberprimaner:

1. Hermann v. Boxberger, geboren zu Witzenhauſen den 19. Juli 1841, Sohn des Juſtizbeamten von Borberger zu Neuhof, katholiſcher Confeſſion, Schüler des Gymnaſiums ſeit Oſtern 1852, will Mathematik und Naturwiſſenſchaften ſtudiren.

2. Nichard v. Boxberger, geboren zu Raboldshauſen am 6. Januar 1843, Sohn des Juſtizbeamten

von Boyrberger zu Neuhof, katholiſcher Confeſſion, Schüͤler des Gymnaſiums ſeit Oſtern 1852, will Geſchichte und Staatswiſſenſchaft ſtudiren,