Aufsatz 
Geschichte der religiösen Bewegung im Hochstifte Fulda während des 16. Jahrhunderts / von J. Gegenbaur
Entstehung
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bejahrs an das hieſige Gymnaſium allergnädigſt zugelaſſen. Demnach wurde derſelbe das Schuljahr hindurch bei dem Unterricht in verſchiedenen Claſſen beſchäftigt, wie es ſich in der obigen Ueberſicht angegeben findet.

4. Durch allerhöͤchſte Entſchließung, mitgetheilt durch Beſchluß Kurfürſtlichen Miniſteriums vom 31. Juli 1860 zur Nr. 6127, wurde die Auszahlung einer Dienſtzulage für die Gymnaſiallehrer Dr. Weismann und Gegenbaur von je 100 Thaler jährlich für die zweite Hälfte der Finanzperiode 1858 60 allergnädigſt genehmigt.

5. Die Sommerferien dauerten vom 7. bis zum 30. Juli, die Herbſtferien vom 20. September bis zum 8. October, die Weihnachtsferien vom 22 December bis zum 2. Januar.

6. An verſchiedenen Tagen des Sommers machten die Lehrer mit den Schülern Spaziergänge in die Um⸗ gegend.

7. Am 2. Juni wurden die 19 katholiſchen Schüler, welche von dem Gymnaſiallehrer Hahn den vorberei⸗ tenden Unterricht für die erſte heil. Communion erhalten hatten, in Gegenwart des Directors und der geiſtlichen Gymnaſiallehrer geprüft.

8. Am Frohnleichnamsfeſte fand in der Gymnaſialkirche die erſteh Communion der erwähnten 19 Schüler ſtatt und mit denſelben empfingen auch die übrigen älteren katholiſchen Schüler, ſowie die katholiſchen Lehrer des Gymnaſiums das h. Abendmahl. Bei dem feierlichen Gottesdienſte, an welchem auch die Eltern und Angehörigen der Neucommunicanten Theil nahmen, wurde den geiſtlichen Lehrern des Gymnaſiums in der freundlichſten Weiſe von dem Herrn Domkaplan Engel Unterſtützung gewährt.

9. Am 10. Juni folgten die katholiſchen Lehrer und Schüler des Gymnaſiums der Frohnleichnamsprozeſſion.

10. Am 17. Juni empfingen 22, durch den Gymnaſiallehrer Hahn hierzu vorbereitete, Schüler in der Domkirche von der Hand des Hochwürdigſten Herrn Biſchofs das h. Sakrament der Firmung.

11. Am 20. Auguſt wurde das hohe Geburtsfeſt Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürſten durch eine öffentliche Schulfeierlichkeit in dem feſtlich ausgeſchmückten Prüfungsſaale begangen. Der Gymnaſial⸗ lehrer Donner hielt die Feſtrede, über die Macht des Beiſpiels, und ſprach am Schluß derſelben ein Gebet für das Heil des verehrten Landesfürſten, des huldvollen Beſchützers und Förderers unſeres Gymnaſiums.

12. Am 16. September fand die gemeinſchaftliche Feier des heiligen Abendmahls der evangeliſchen Lehrer und Schüler ſtatt.

13. Am 17. und 18. September wurden in allen Claſſen die vorgeſchriebenen, nicht öffentlichen Herbſt⸗ prüfungen abgehalten. An beiden Tagen fand auch ein Probeturnen ſtatt.

14. Am 19. September wurde das Sommerſemeſter, nach einem feierlichen Gottesdienſt für die katholiſchen Schüler, mit einer öffentlichen, durch die Gegenwart des Hochwürdigſten Herrn Biſchofs ſowie eines zahl⸗ reichen Publikums verherrlichten, Schulfeierlichkeit geſchloſſen. Bei derſelben hielt der Oberprimaner Karl Wei⸗ denmüller einen lateiniſchen Vortrag über das Thema:Singulorum virorum prudentia et fortitudine saepe mirum in modum auctas esse civitates; der Unterprimaner Rudolf von Biſchoffshauſen und der Oberprimaner Martin Nägel hielten deutſche Vorträge, jener über die Hauptcharaktere in Göthe's Iphigenie, dieſer über die Be⸗ deutung Chlodwigs für die Entwickelung des fränkiſchen Reiches. Gedichte wurden declamirt von dem Oberſecun⸗ daner Prosper Weſener, dem Obertertianer Adolf von Eſchſtruth, dem Untertertianer Johann Boſing, dem Quar⸗ taner Karl Möli, den Quintanern Bernhard Linnenkohl und Anton Lieblein, den Sextanern Ludwig Hübner und Guſtav Vomberg.

15. Das Winterſemeſter wurde am 8. October, in gleicher Weiſe wie das Schuljahr, eröffnet. Von den 9 zur Aufnahme angemeldeten Schülern wurden 7 in die Sexta, 2 in die Quinta aufgenommen.