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und 37 vom Adel ſprachen den Eid nach, wie ihnen derſelbe von dem Marſchall, Melchior von Dermbach, vorgeſagt wurde. So folgte nun der Reihe nach die Beeidigung ſämmtlicher Gemeinden und Ortſchaften. Zu Hammelburg und im Amte Saleck baten die Bürger vor gethanem Handgelöbnis, ſie bei der Uebung Augsburg⸗ iſcher Confeſſion verbleiben zu laſſen, ſie wurden jedoch mit dieſem Vorbehalte zurückgewieſen und leiſteten nun den Eid. Am 2. Juni 1603 ſchloß der Notar ſein Protokoll der neuen Eidesleiſtung mit dem Motto: Tandem bona causa triumphat. Im Großen und Ganzen fand nirgends mehr Widerſtand ſtatt, in der Stadt Fulda be⸗ ruhigten ſich die Gemüther und außer dem ſchwachen Verſuche nochmals bei der Huldigung auf die freie Uebung der Augsburger Confeſſion zurückzukommen, findet ſich keine andere Nachricht mehr. Nur in Hammelburg fanden wiederholt unruhige Auftritte ſtatt. Als nämlich die Hammelburger den Auftrag erhielten*), ihre Prediger und Kirchner zu entlaſſen, weigerten ſich dieſelben, ſchloſſen die Kirchen, zogen die Uhr nicht auf und erklärten, daß die Uhr recht gehe. Als die katholiſchen Pfarrer, Magiſter Wendelin Roßbach und Pater David Marben das Oeffnen der Kirchen verlangten, begehrten ſie erſt die Wiedereinſetzung der Prediger Augsburgiſcher Confeſ⸗ ſion; ſie öffneten zwar nachher die Kirche, als aber der Pfarrer Noßbach die Kanzel betrat, machten ſie durch Auf⸗ hebung und Niederwerfung des Pultes großen Lärm und das gemeine Volk lief ganz ungeſtüm zur Kirche hinaus. Am andern Tage ſchloſſen die Bürger die Kirche wiederum zu; der Kirchner behauptete die Schlüſſel aufs Rath⸗ haus gebracht zu haben; darauf wurden die Bürgermeiſter aufgefordert die Schlüſſel zu bringen. Mittlerweile erſchienen aber die Bürgermeiſter nicht allein, ſondern Rath und Zuſchuß nebſt der geſammten Bürgerſchaft ſtell⸗ ten ſich vor der Saalthüre zur Kanzlei auf. Als nun die Schlüſſel zur Kirche von neuem verlangt wurden, er⸗ klärte der Bürgermeiſter Herold, daß ſie geſinnt ſeien, ihre Actus ecclesiasticos wie bisher durch ihre Kirchen⸗ diener beſorgen zu laſſen, daß ſie dagegen nach vollendetem Gottesdienſte auch die katholiſchen Ceremonien voll⸗ bringen laſſen wollten. Später gaben die Hammelburger dahin nach, daß entweder beide Religionen in einer Kirche abwechſelnd ihren Gottesdienſt halten ſollten, oder daß man ihnen eine Kirche zum ausſchlieslichen Ge⸗ brauche überlaſſen ſollte. Der Kaiſer Rudolf erließ abermals ein Mandat gegen dieſelben, bedrohte ſie mit einer Strafe von 20 Mark Golds, wenn ſie nicht den Anordnungen ihres Abtes in geiſtlichen und weltlichen Dingen Gehorſam erwieſen, zugleich wurde denſelben eine Friſt von zwei Monaten geſetzt, nach deren Ablauf ſie am kai⸗ ſerlichen Hof nachweiſen ſollten, daß ſie dem Mandate gemäß gelebt hatten, oder gewärtigen ſollten, in die Strafe genommen zu werden. Balthaſar ſandte den Capitularen Reinhard Ludwig v. Dalwig und zwei fürſtliche Räthe hin, um die Vollziehung dieſes Mandats zu betreiben. Die Commiſſion ließ durch den Notar Adolf Simonis ein Protokoll**) über die Verhandlungen mit den Bürgern in Hammekburg anlegen. Es ergiebt ſich daraus, namentlich aus den ſpeciell aufgeſtellten zwölf Puncten und deren Beantwortung, daß auch hier jeder Widerſtand gebrochen war. Sie verſprachen den katholiſchen Gottesdienſt zu beſuchen und ſich zum Empfang der hl. Communion vorzubereiten, die Schlüſſel zu den Kirchen, die Regiſter und Dokumente über die Beneficien, die goldenen Kirchengeräthe auszuhändigen, die proteſtantiſchen Prediger und Schullehrer zu entlaſſen und bei keinem Chur⸗ oder Fürſten Augsburger Confeſſion mehr Unterſtützung zu ſuchen. Die alten Bürgermeiſter traten ab, ein neuer Schultheis wurde eingeſetzt und als am Sonntage darauf die Commiſſare die Kirche beſuchten, befanden ſich ſchon 300 Leute darin.
Mit dem Ende des Jahres 1604 war die katholiſche Religion in allen Gemeinden des Fürſtenthums wieder⸗ hergeſtellt. Der damalige Pabſt Clemens VIII. ſpendete im Cardinalscollegium dem Muthe und der Ausdauer
*) Dieſe Nachrichten entnehmen wir dem kaiſ. Mandatum sine clausula vom 16. October 1603 im Regierungsarchive. **) Dasſelbe befand ſich unter den Papieren des verſtorbenen Fürſtbiſchofs Adalbert und wurde deſſen Inhalt durch den Herrn Domdechanten Hohmann in einer Sitzung des Geſchichtsvereins mitgetheilt.


