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er ſehr bald von dieſer Art der Verpflanzung zurückkommen und durch Verſetzen im Jugendſtadium, durch Sammeln von Samen beſſere Reſultate erzielen. Eine ebenſo bekannte Thatſache iſt es, daß die Schüler nur zu häufig Eidechſen, Tritonen, Blindſchleichen u. ſ. f., an ſich nützliche und unſchädliche Tiere, mit nach Hauſe nehmen und ſie liebevoll zu Tod quälen. Dieſe Quälereien entſtammen zumeiſt nicht roher Gemütsanlage, ſondern ſind die Folge einer eigentümlich kindlichen Neugierde und des Spielſinns. Iſt dem Schüler Gelegenheit gegeben, dieſe Tiere in Terrarien im Garten jederzeit zu beobachten, ſo hört jener Reiz bald auf, wenn ihm bei der Betrachtung die nötige Belehrung zu teil wird. Ganz wird man ja wohl dieſe Unſitte nie abſtellen können, abhelfen und beſſern läßt ſich aber durch den Schulgarten hier viel, namentlich durch Befriedigung, ſagen wir der Neugierde und des Reizes, ſolche Tiere einmal gehabt zu haben, und durch den Hinweis, daß das Mitnehmen der Tiere gleich⸗ bedeutend iſt mit deren Tod, da in den menſchlichen Wohnungen denſelben alle Lebensbedingungen fehlen.
Es mag hier noch einem anderen Einwurf bezw. einem anderen Bedenken entgegengetreten werden, das man gegen die Möglichkeit, den Unterricht bei größeren Klaſſen im Freien erfolgreich geben zu können, geäußert hat. Die Erfahrung an der hieſigen Anſtalt hat gezeigt, daß dieſe Bedenken über⸗ trieben ſind, wenn ihnen auch eine gewiſſe Berechtigung nicht abgeſprochen werden kann. Daß der Unterricht im Zimmer in kleinen Klaſſen andere Reſultate zu Tag fördert als der in großen, iſt eine bekannte Thatſache, und das trifft auch hier zu. Beſondere Schwierigkeiten bietet dabei der Unterricht im Freien aber nicht; ſeine Vorzüge wurden bereits betont.


