Aufsatz 
Der Schulgarten des Realgymnasiums und der Realschule zu Gießen / von [Rudolf] Erb
Entstehung
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6 und die perennen in den oberen Teil verwieſen. Das Gelände liegt im allgemeinen 1,50 m tiefer als der es umgebende Schulhof mit ſeinen Gebäuden. Nur der an die Straße angrenzende Teil befindet ſich auf derſelben Höhe. Von hier fällt das Gelände im erſten Drittel auf die angegebene Höhe nach 80 ab.

Zugänge beſitzt der Garten zwei. Der eine liegt am chemiſchen Laboratorium einer Thüre gegenüber, die in die Keller desſelben führt. Es iſt ſo eine vorteilhafte, kurze Verbindung mit den naturgeſchichtlichen Sammlungen hergeſtellt, die ebenfalls in jenem Bau liegen. Ein lichter, geplätteter Kellerraum dient als Aufbewahrungsort für die Gartengeräte und gleichzeitig als kleine Werkſtatt für die Schüler. In den benachbarten Kellerräumen werden Tiere und Pflanzen überwintert.

Der zweite Zugang, Hauptzugang, liegt in der Südweſtecke nahe der Turnhalle. Durch ihn betreten die Schüler vom Schulhofe aus den Garten.

Die Einrichtung des Gartens iſt wie folgt getroffen.

Der nach den Schulgebäuden liegende ſüd⸗ und nordweſtliche Teil bildet einen Hang von durch⸗ ſchnittlich 3,5 m breiter Baſis und einer Neigung von nahezu 45⁰. Er iſt beſtanden mit Holzpflanzen und ſchon bei der erſten Anlage angepflanzt worden, ebenſo Abteilung E(ſiehe Plan). Abteilung A bildet ein Stück Laubwald, nach 80 exponiert. Die anſchließende Partie B enthält Felsgruppen; ſie iſt im Hintergrunde durch einen kleinen Beſtand von Nadelhölzern abgeſchloſſen. Der ganze übrige Hang, ebenſo Abteilung E, iſt mit Sträuchern bewachſen, wie ſie zur Bepflanzung der Anlagen und Gärten Gießens dienen oder ſich in der Umgebung finden. Abteilung B giebt Gebirgspflanzen ihre Heimſtätte, unter den Bäumen und Sträuchern der übrigen finden Waldpflanzen, überhaupt ſchatten⸗ liebende Gewächſe ihren Standort. Günſtige Expoſition nach S0, SW und No, ſowie die Möglichkeit jeden Grad der Beleuchtung wählen zu können, fördern deren Gedeihen. Zur Herſtellung kleiner Lebensgemeinſchaften von Pflanzen, die bei der Repetition und der Beſtimmung nach der Flora in 0 III(Cl. 3) dienen, ſind dieſe Partieen ebenſo geeignet, wie zur Beobachtung der Waldbäume in den verſchiedenen Jahreszeiten oder zur Beobachtung lichtliebender Pflanzen im Schatten. Die Ab⸗ teilungen U und I, die erſt in dieſem Jahre, nach der Vollendung der neuen Turnhalle, angelegt werden können, ſollen demſelben Zweck dienen.

Bei S befindet ſich die gedeckte Unterrichtshalle mit einer Bodenfläche von 24 qm. Der Eingang liegt nach der Straße. Die Rückwand der Halle iſt maſſiv, die anderen Wände beſtehen aus gitter⸗ artig angeordneten Spalieren. An ihnen werden rankende reſp. kletternde Gewächſe gezogen, welche vollkommen gegen Luftzug ſchützen. Vor dem Eingang befindet ſich die Coniferengruppe Q, ſonſt bildet Gebüſch die Umgebung. Im Innern zeigt die Halle die Einrichtung eines Schulzimmers. Sie dient dem Unterrichte bei ſchlechter Witterung, ſowie dem Fixieren der am Pflanzbeete gewonnenen Reſultate durch die Zeichnung.

G, H, O und P bilden die eigentlichen Pflanzländer. Eingefaßt von einem ſchmalen Raſen⸗ ſaum ſind ſie in circa 1 m breite Beete abgeteilt. Je zwei der Beete ſtoßen mit der Innenſeite zu⸗ ſammen, um für den Unterricht breitere Beetwege zu erzielen. Auf dieſen Abteilungen ſtehen noch von der erſten Einrichtung her Obſtbäume verteilt.

Allſeitig ſanft hügelig nach einem in der Mitte des Gartens liegenden Baſſin anſteigend, bilden die 4 Abteilungen I, K, L und M bewäſſerbare Beete. Sie wurden angelegt, um Lebensgemein⸗ ſchaften für die Repetition herſtellen zu können und gleichzeitig den Standort der Pflanzen im Freien zu illuſtrieren. Geſtattet die ungünſtige Witterung keine Ausflüge ins Freie, ſo leiſten dieſe Beete weſentliche Dienſte. Die Abteilung A ſtellt eine kleine bewäſſerbare Wieſe dar, I. einen kleinen cementierten Teich, und die Abteilungen I und K bilden kleine Waldbeſtände mit gemiſchten Holzarten. Die beiden letzten