Aufsatz 
Das Englische auf dem Gymnasium / Julius Jelinek
Entstehung
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Vom 4. Dezember 1893. Das Königliche Provinzial-Schul-Kollegium verfügt auf Grund eines Ministerialerlasses, dass Anträge auf Verleihung von Ordensauszeichnungen 2 Monate vor dem ent- scheidenden Zeitpunkte dem Königlichen Provinzial-Schul-Kollegium eingereicht werden müssen.

Vom 27. Dezember 1893. Das Königliche Provinzial-Schul-Kollegium teilt einen Ministerial- Erlaß mit, betreffend die Verleihung der in den Lehrerbibliotheken vorhandenen Handschriften, seltenen oder wertvollen Drucksachen, hervorragenden Bildwerke, Musikalien, Atlanten u. dergl. an die Universitätsbibliotheken, die Königliche Bibliothek und andere unter staatlicher Verwaltung stehende Bibliotheken.

Vom 9. Februar 1894. Das Königliche Provinzial-Schul-Kollegium übersendet im Auftrage des Herrn Unterrichtsministers 20 Exemplare der im Verlage von H. Herrosé in Wittenberg er- schienenen kleinen Festurkunde über die Einweihung der erneuten Schloßkirche zu Wittenberg mit der Veranlassung, dieselben bei Gelegenheit des nächsten Reformationsfestes an würdige evan- gelische Schüler der Prima und Sekunda zu verteilen.

Vom 20. Februar 1894. Magistrat verfügt, dass von denjenigen Schülern, welche noch vor Ablauf der Osterferien vorschriftsmäßig abgemeldet werden, Schulgeld für den Monat April nicht erhoben werden soll.

Il. Chronik der Schule.

Am 12. April v. J. begann das neue Schulhalbjahr. Verlassen hatten uns die Herren Kandidaten Dr. Rudkowski und Dr. Aust, jener, um Lehrer an der Haupt-Kadetten-Anstalt zu Groß-Lichterfelde zu werden, dieser, um eine etatsmäßige Hilfslehrerstelle an der hiesigen Ober- realschule zu übernehmen.

Am 29. und 30. April feierte die Anstalt die 250 jährige Jubelfeier ihres Bestehens als Gymnasium. Nachdem dieselbe schon am 28. abends durch eine zwanglose Zusammenkunft der Festteilnehmer im Café restaurant eingeleitet worden war, begann sie amtlich mit einem Festaktus im Konzerthause am Sonnabend, den 29., vormittags 10 Uhr. Nach einigen Vorträgen des Gesangchores hielt der Direktor die Festrede, in welcher er die Hauptveränderungen besprach, welche die Lehr- verfassung der Magdalenenschule von ihrer Gründung als Kirchschule im Jahre 1267 bis auf die Gegenwart erfahren hat, alsdann dem Rate der Stadt, den Wohlthätern der Anstalt aus dem Kreise der Bürgerschaft und der Aufsichtsbehörde den Dank der Schule aussprach und endlich mit einigen Worten der Mahnung an die Lehrer und an die Schüler sich wandte. Die Rede schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und König. Nach einem Vortrage des Gesangchores bestieg Herr Provinzial-Schulrat Hoppe die Rednerbühne, um im Auftrage des Königlichen Provinzial- Schul-Kollegiums die Glückwünsche der Aufsichtsbehörde zu überbringen und die dem Direktor, dem Prorektor Professor Dr. Beinling und dem Professor Dr. Roseck Allerhöchst verliehenen Orden zu überreichen. Nach einigen Worten des Dankes von seiten des Direktors sprach die Glückwünsche des Magistrats Herr Stadtschulrat Dr. Pfundtner, die der Stadtverordneten-Versammlung deren Vorsteher, Herr Justizrat Freund aus, wofür der Direktor mit einigen Worten dankte. Daran schloß sich die Beglückwünschung von seiten der Vertreter anderer höherer Lehranstalten, wobei kunstvoll aus- gefuhrte Adressen*) überreicht wurden. Es übergab eine solche der Direktor Professor Dr. Kübler aus

*) Vor und nach der Feier gingen Glückwunsch-Adressen ein von den Gymnasien zu Leobschütz und Patschkau, von der evang. Realschule I, der Augusta- und der Viktoria-Schule zu Breslau.