Aufsatz 
Das Englische auf dem Gymnasium / Julius Jelinek
Entstehung
Einzelbild herunterladen

39

Berlin im Namen von 15 Gymnasien der Reichshauptstadt, Direktor Professor TPreu im Auftrage des Viktoria-Gymnasiums und des Realgymnasiums zu Potsdam, der Direktor des hiesigen Johannes- Gymnasiums Professor Dr. Müller für die hiesigen Gymnasien und Realgymnasien, Herr Direktor Dr. Abicht für das Gymnasium zu Ols, Herr Professor Dr. Büttner für das Gymnasium zu Schweidnitz, Herr Direktor Dr. Fiedler für die hiesige Oberrealschule, Herr Direktor Dr. Breit- sprecher für die hiesige evangelische Realschule II. Nachdem der Direktor auch hierfür seinen Dank ausgesprochen hatte, übergab er mit einer kurzen Mahnung je eine der von Herrn Kaufmann Pniower hierselbst zur Feier des Tages gestifteten silbernen Denkmünzen den Schülern Kallenbach(I4A), Hantelmann(IB), Klopsch(IIA 1), Meyer(IIA 2), Schiller(IIB 1), Kobrak(IIB 2).*) Den Schluß der ganzen Feier bildete wieder ein Vortrag des Schulgesangchores. Am Nachmittag 3 ½ Uhr begann im Stadttheater die Festvorstellung. Eingeleitet wurde sie mit einem Orchester- vortrag, ausgeführt von den Mitgliedern der hiesigen Philharmonie, woranf der Vorhang sich hob und Herr Stadtrat Jaenicke auf der Bühne erschien, um in der Gestalt des Martin Opitz von Boberfeld einen von ihm selbst gedichteten Monolog zu sprechen. Derselbe lautete folgendermaßen:

Mit den Klängen des Frühlings haben zugleich Festklänge zu mir sich verloren

Hinab in das dunkle Schattenreich Und ins Leben herauf mich beschworen.

0, Klänge so zart, und doch so stark Wie lenzerweckende Lieder!

Ihr dranget mir bis ins tiefste Mark Und brachtet die Jugend mir wieder.

Ihr zaubertet mir zurück jene Zeit,

Da erglommen der göttliche Funken Zuerst in mir, da voll Seligkeit

Vom kastalischen Quell ich getrunken.

O Magdalenäum, der Schulen Zier, Du Stätte, geliebt und bewundert,

Von meinem Ruhme, was dank ich dir! Was dankt dir so manches Jahrhundert!

In finsteren Zeiten erlahmter Kraft, Da Deutschland traurig gespalten,

Wie hast du die Fahne der Wissenschaft So mutig hoch gehalten!

Wie hast du in jeder bitteren Not, Wenn himmelan stürmten die Wogen,

Die Deutschland zu verschlingen gedroht, Deine Knaben zu Männern erzogen!

Wie mancher Wackere im Vaterland, Ruhmvoll und unvergessen,

Hat einst bescheiden und unbekannt Auf deinen Bänken gesessen.

Der Vater deutscher Poesie Hieß ich bei den Zeitgenossen;

Ich streute die Saat, die so herrlich nie Je wieder emporgesprossen.

*) Auch das Archiv, der Direktor und alle Lehrer erhielten nachher noch diese D teils in Bronze.

Wie wuchs Alldeutschland seit jener Zeit, Die mich zum Ersten erhöhte,

Zu der ungeahneten Herrlichkeit In dem Riesen Wolfgang Goethe!

Er war es, der wie kein anderer Mann Das deutsche Wesen gereinigt,

Der deutschem Können die Palme gewann, Der Deutschlands Stämme geeinigt!

Wie wuchsen sie aus der Verworrenheit Des dreißigjährigen Krieges,

Drin ich geschmachtet voll Kummer und Leid Bis zum Glanze des Sedan-Sieges.

Wer schuf die Männer, die das vollbracht, Die unsere Ketten gebrochen?

Die deutsche Schule war diese Macht, Ihr sei der Dank gesprochen!

Und eine der ält'sten im deutschen Land Bist du, mein Magdalenäum;

Es pocht mein Herz, es glüht meine Hand, Wir feiern dein Jubiläum.

Wir feiern es unter der Musen Gunst Dein würdig, mit dem Gedichte,

Drin deutscher Geist mit griechischer Kunst Erstrahlt in edelstem Lichte.

Herbeigeströmt sind von nah' und fern Deine Schüler, die jungen und alten,

Zu huldigen dir und zu zeigen gern, Wie treu zu dir sie gehalten.

Blüh' weiter im alten, bewährten Ruhm, Ein Hort des Guten und Schönen, Dann bleibst du, wie mir, ein Heiligtum Vielen tüchtigen deutschen Söhnen.

enkmünze teils in Silber,