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weiteren zugemutet werden können. In der ersten Zeit wird die vielfache Durcharbeitung der Lese- stücke die Vokabeln genügend fest im Gedächtnis haften lassen, sodass der häusliche Fleiß kaum in Anspruch genommen zu werden braucht. Für später halte ich es bei der Leichtigkeit, mit der der Schüler— die Kenntnis der vorkommenden Vokabeln vorausgesetzt— aus dem Englischen über- setzt, im Interesse eines rüstigen Vorwärtsschreitens der Lektüre ohne zu große Inanspruchnahme des häuslichen Fleißes der Schüler für angezeigt, bei der ersten Behandlung des Textes, den Schülern die neuen Vokabeln selbst anzugeben. Im übrigen werden alle Hilfsmittel aufgeboten werden müssen, um gerade in der angedeuteten Richtung den Schüler zu fördern.
Schon bei der Behandlung der Grammatik wird der Hinweis auf die verwandten Sprachen sich vielfach fruchtbringend erweisen; man denke nur an den angels. Genetiv, die Composita, die 2. Pers. sing. praes. des Zeitworts. Hat der Schüler wenigstens Mittelhochdeutsch gelernt, so wird die Parallele noch weiter gezogen werden können. So findet u. a. der Schüler das englische Imper- fectum„was“ im Mhd. wieder. Die Ablautung ride— rode— ridden entspricht, von dem Ubergange des o auch in den Plural abgesehen, der mittel- und althochdeutschen Ablautsreihe 1— 6i— 1— j (vgl. Stein= englisch stone).
Mindestens ebenso fruchtbringend wird sich der Hinweis auf die verwandten Sprachen für die Gewinnung des Wortschatzes erweisen. Während die Wörter romanischen Ursprungs einen solchen besonderen Hinweis weniger notwendig erscheinen lassen, liegt die Verwandtschaft mit dem Deutschen nicht immer gleich deutlich zu Tage, in vielen Fällen aus dem Grunde, weil der englische Kon- sonantismus eine ältere Stufe der germanischen Lautverschiebung darstellt. Sollte also dieses wichtige Gesetz der germanischen Sprachentwickelung noch nicht im deutschen Unterrichte behandelt worden sein, so wird es Sache des englischen Unterrichts sein, dies nachzuholen. Von diesem Gesichtspunkte ist die anschauliche und übersichtliche Darstellung dieses Gesetzes in der Grammatik von Deutschbein nur willkommen zu heißen.
Es kann mich wohl kaum der Vorwurf treffen, dass ich einer übermäßigen Hineinziehung der deutschen oder englischen historischen Grammatik das Wort rede, wenn ich im übrigen den Hinweis auf gewisse Analogien zwischen deutschen Wörtern empfehle, so auf den Parallelismus zwischen dem schon oben berührten hochd. ei(nd. 6, ags. 3), neuenglisch o, wenn dadurch eine große Zahl deutscher und englischer Wörter einander nahegebracht werden können, so zwei(zwo)= engl. two, Bein= bone, heilig= holy, ein= one, allein= alone.
Weitere Einzelheiten mögen darthun, wie ich mir das in Rede stehende Verfahren ungefähr denke. So dürfte u. a. auf die Analogie von engl.„long“ und„to long“ und andererseits deutsch „lang“ und Goethes„langen“(und bangen) hinzuweisen sein.
Bei dem engl.„he came to die“ ist an Goethes„und als er kam zu sterben“, Reuters„dann kümmt Jehann herup tau gahn“, an das Beispiel aus Plötz„s'il venait à mourir“ zu erinnern. Dass dem engl.„as— ast auch ein in der älteren deutschen Sprache vorhandenes„als— als“(als gut als er) entspricht, wird der Schüler mit Interesse vernehmen.
Vielfach wird die Anknüpfung an den heimatlichen Dialekt sich nützlich erweisen. Selbst unser schlesischer Dialekt hat trotz der weiten Entfernung unserer Heimatprovinz von der angelsächsischen Heimat der englischen Sprache vielfach altdeutsches Sprachgut bewahrt, das sich im Englischen wiederfindet. So ist das im schlesischen Dialekte sich findende„(d)ergattern“(= durch List erlangen), ahd.„gitan“(vergl. auch„vergessen“) etymologisch zusammenzustellen mit„to get.
In vielen Fällen steht die dialektische Form dem Englischen näher als die ebenfalls noch erhaltene hochdeutsche. So entspricht engl.„head“ schles.„Heet“(Krautheetel),„height“—„Hiechte“, „wain“’—„wan“,„to moulder“—„meldern“(= qualmen, stäuben). Das Mittelhochdeutsche enthält. auch das Wort„molte“= Staub, womit„Mootwulf“ oder„Mootwurf“= Erdwerfer zusammenhängt. Der Erweichung des ags. g zum Vokale in engl.„to say“ entspricht der Ausfall des g in„san“,„er Sat.
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