54 Hilfe geworden. Auch dieſes Jahr hat der Director wieder 18 Schuͤler zum Empfang des ſogenannten Schulſtipendiums praͤſentirt und an zwei andere das Jungnitzſche Stipendium conferirt.
2) Die Gymnaſial⸗Kranken⸗Kaſſe. Die Einnahme dieſer ſo ſegensreichen Anſtalt betrug von Johannis 1849 bis Johannis 1850:
1) An Zinſen............... 79 Rthlr. 3 Sgr. 2 Pf. 2) Freiwillige Beitraͤge........ 222 ⸗⸗ 9⸗ ⸗ 3) Legate und Schenkung......—— 4) Insgemein...........——— 2 Summa 301 Rthlr. 13 Sgr. 2 Pf. Dazu Beſtand................ 55 117 ⸗ 7⸗
Im Ganzen 357 Rthlr.— Sgr. 9 Pf. Die Ausgabe:
1) Den Aerzken............ 93 Rthlr.— Sgr.— Pf. 2) Medicin................ 9³ 6 6 ⸗ 3) Verpflegung......... 27——2 4) Auf Anlegung von Kapitalien 107 7 6 5) Insgemein.....— 25—
Summa 294 Rthlr. 9 Sgr.— Pf. Beſtand 62 Rthlr. 21 Sgr. 9 Pf.
Das Kapitalvermoͤgen betraͤgt 2325 Rthlr.
Moͤge immer nur die wahre Aufgabe und Bedeutung dieſes Inſtituts richtig gewuͤrdigt werden. Sie iſt beſtimmt fuͤr ganz arme erkrankte Schuͤler, deren Auswahl dem beſten Wiſſen und Gewiſſen des Vorſtehers uͤberlaſſen werden muß. So wenig der bemittelte Schuͤler fuͤr ſeinen anſehnlicheren Beitrag je Anſpruͤche auf Verpflegung erheben wird, da er nur ſein Scherflein fuͤr Nothleidende hat beitragen wollen, ſo wenig erlangt der Arme ſchon allein durch ſeinen kleinen Beitrag ein Recht, die Verpflegung zu fordern. Wohlthaten koͤnnen nie gefordert werden. Seine Einlage betraͤgt aber oft durch das ganze Schulleben nicht ſo viel, als eine kurze Krankheit conſumirt. Wird dies richtig erwogen, ſo werden unbeſcheidne Aeußerungen nicht mehr vorkommen, wie ſie an die Aerzte von Eltern gemacht worden ſind, die ein Recht zu fordern zu haben vermeinten. Moͤge aber auch der wohlhabende Schuͤler bei den Spenden, zu denen er aufgefordert wird, des armen Mitſchuͤlers zuerſt und vor Allen gedenken! Moͤgen endlich die Eltern ſich uͤberzeugen, daß ihre Kinder wirklich den Beitrag abfuͤhren, den ihr Wohlwollen der Krankenkaſſe beſtimmt hat. Jetzt ſcheint die Naſchhaftigkeit nicht ſelten die Gaben der
Liebe fuͤr ſich zu verwenden.
3) Das Convictorium.
Die Zahl der Freiſtellen iſt auch dieſes Jahr vollſtaͤndig erhalten worden, obſchon die nur ſpaͤrlich beſetzte Penſionsanſtalt keine großen Ueberſchuͤſſe gewaͤhrte. Die Sammlungen des Convicts an Buͤchern und Muſtkalien wurden auch dieß Jahr vermehrt und insbeſondere gewann die Anſtalt fuͤr maͤßigen Preis das bisherige Fluͤgel⸗Inſtrument des Gymnaſiums, woran es dem Convict, nachdem der alte unbrauchbar geworden, ganz fehlte.


