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vertröſtet worden. Da aber jedem Sachkundigen das Verderbliche der bisherigen Behandlung der unterſten Klaſſe einleuchten muß, ſo kann die Ausführung der beantragten Begründung zweier neuer Collaboraturen nur an dem Mangel an Geldmitteln ſcheitern, welche das Gymnaſium freilich nicht für ſich aufbringen kann, da es, bei einem jährlichen Zuſchuſſe von nur 5550 Rthlr., die Bedürfniſſe der Doppelanſtalt ſchon aus den Schulgeld⸗Einnahmen beſtreitet, die eben ſo viel als jener Zuſchuß einbringen. Wo ſollen da aber die Mittel herkommen, ein zweites Gymnaſium, wie beabſichtigt iſt, zu gründen, das ein neues Haus, neue Sammlungen und Apparate und ein voll⸗ ſtändiges Lehrer⸗Collegium erheiſchen wird, während der Zuſchuß des jetzigen Gymnaſiums zu Gunſten des neuen faſt gar nicht wird vermindert werden können!—
Eine Vergleichung des dießjährigen Lehrplanes mit den frühern würde übrigens ergeben, daß, mit Rückſicht auf die Anſichten und Grundſätze, welche die im vorigen Jahre verſammelt geweſene Lehrer⸗Conferenz in Berlin ausgeſprochen hat, dem Unterrichte im Deutſchen 4 Stunden(in Secunda und Sexta) der Geſchichte und Geographie 2(in Quinta) der Naturgeſchichte 4(in Sexta und Quinta) zugelegt, dagegen dem Latein in Secunda zwei Stunden abgenommen worden ſind, wodurch ſich die Geſammtzahl der weſentlichen Stunden von 368 auf 377 und mit dem Polniſchen auf 381 geſteigert hat.
Die Grundſätze in der Vertheilung des Unterrichts ſowohl nach den Klaſſen als nach den Lehrern ſind eben ſo dieſelbe geblieben, als die bisher befolgte Methodik; nur die Ruthardt'ſche Methode zur Vervollſtändigung des grammatikaliſchen Unterrichts hat in ihrer conſequenten Durchführung nicht erhalten werden können, da die Ungunſt gegen dieſelbe von Seiten der Lehrer extenſiv und intenſiv im Zunehmen geweſen, und ohne eine gewiſſe Stetigkeit des Gebrauichs ihr möglicher Nutzen ziemlich verſchwindet.
Die kirchliche Fürſorge für unſere katholiſchen Schüler iſt ſich auch im abgelaufenen Jahre gleich geblieben. Wie der Gottesdienſt an Sonn⸗ und Wochentagen regelmäßig von beiden Religions⸗ lehrern abgehalten worden, ſo ſind die Schüler viermal im Jahre zum Genuß der heil. Sacramente der Buße und des Alters geführt worden. Jeder von beiden Religionslehrern bereitete auch in einem halbjährigen Unterrichte wöchentlich in zwei Stunden die Schüler ſeiner reſp. Abtheilungen, welche noch nicht zum Genuſſe dieſer heil. Sacramente gelangt waren, dafür vor und führte Religionslehrer Kühn deren 32, Religionslehrer Runkel 23 mit angemeſſener Feierlichkeit zum erſten Male zum Tiſche des Herrn; 6 Schüler des letztern wurden nur zum Sacramente der Buße zugelaſſen. Auch den Firmunterricht erhielten eine Anzahl Schüler.


