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Blaͤſt man dagegen die groͤßere Oeffnung an, waͤhrend die kleinere gedeckt wird, ſo erhaͤlt man einen der Groͤße der Oeffnung entſprechenden hoͤheren Grundton, der durch die Vibration des ungetheilten Luftkoͤrpers entſteht; iſt auch die andre Oeffnung offen, ſo ſpricht derſelbe hoͤhere Ton, wie vorhin, an. Da bei demſelben in Beziehung auf die groͤßere Oeffnung zwei Drittheil des ganzen Luftkoͤrpers vibriren, ſo verhalten ſich die Schwingungszahlen dieſer beiden Toͤne wie W3: Và2 oder 1, 224. Dieſem Schwingungsverhaͤltniſſe entſpricht ein Intervall, welches etwas kleiner als eine große Terz iſt.
Ein hierauf bezuͤglicher Verſuch uͤberzeugte mich von der Richtigkeit dieſer Auffaſſung. An einen an beiden Seiten offenen Glascylinder von 42 Mllm. Hoͤhe und 31 Mllm. Weite wurden Blechplatten gekittet, in welchen kreisfoͤrmige Oeffnungen mit den Durchmeſſern von 6 Mllm. und 12 Mllm. eingeſchnitten waren. Durch die kleinere Oeffnung angeblaſen, gab der Apparat bei Deckung der andern Oeffnung fan, wurde die zweite Oeffnung angeblaſen und die kleinere gedeckt, ſo ſprach Nanz waren beide Oeffnungen offen, ſo war der Ton es, an welcher der beiden Oeffnungen er auch erregt wurde. Zwiſchen f u. es liegt eine kleine Septime, zwiſchen h u. es eine große Terz.
In Beziehung auf den oben erwaͤhnten von Liskovius mit einer flaſchenfoͤrmigen Pfeife, welche zwei Haͤlſe hatte, angeſtellten Verſuch, bemerke ich noch, daß der Luftkoͤrper in einer ſolchen Pfeife auf aͤhnliche Weiſe wie in einer mit zwei Oeffnungen verſehenen kubiſchen Pfeife durch eine Knotenflaͤche in zwei Theile getheilt wird, von welchen jeder fuͤr ſich in Beziehung auf den einen der Haͤlſe vibrirt. Sind dieſe beiden Haͤlſe einander gleich d. h. haben ſie gleiche Laͤnge und Weite oder haben ihre Querſchnitte zu ihrer Laͤnge daſſelbe Verhaͤltniß, ſo halbirt die Knotenflaͤche den in der bauchfoͤrmigen Erweiterung der Pfeife enthaltenen Raum. Sind die Haͤlſe ungleich, ſo rückt die Knotenflaͤche naͤher an denjenigen, welcher enger und laͤnger iſt, ſo zwar, daß die beiden Theile des in dem Bauch enthaltenen Luftkoͤrpers ſich verhalten wie die Quotienten aus dem Querſchnitt und der Laͤnge der ihnen entſprechenden Haͤlſe. Hieraus folgt, daß durch Anwendung der von mir für flaſchenfoͤrmige Pfeifen mit einer Oeffnung ge⸗
fundenen Formel 8S n= C VL man die Schwingungszahl einer zweihaͤlſigen Pfeife berechnen kann, wenn man fuͤr V den aliquoten Theil ſetzt, welcher in Beziehung auf den Hals vibrirt, deſſen Laͤnge mit L und deſſen Querſchnitt
mit S bezeichnet iſt. Sind die Haͤlſe einander gleich, ſo iſt
Der Ton einer ſolchen Pfeife, welcher, wenn beide Haͤlſe offen ſind, anſpricht, wird aber um mehr als eine verminderte Quinte hoͤher ſein, als der, welchen man durch Deckung der einen Muͤndung erhaͤlt, weil in dieſem Falle nicht blos das in der bauchfoͤrmigen Erweiterung enthaltene Luftvolumen, ſondern auch die in dem gedeckten Halſe enthaltene Luft in Beziehung auf den andern offnen Hals vibrirt, wo⸗ durch eine groͤßere Vertiefung des Tons entſteht, als dem Volumenverhaͤltniſſe 1: 2 entſpricht. In dem von Liskovius angeſtellten Verſuche hatten die Haͤlſe gleiche Laͤnge, aber nicht gleiche Weite, wes⸗ halb von den beiden tieferen Toͤnen, welche bei Deckung der einen Muͤndung anſprachen, der eine um eine reine Quinte, der andere um eine kleine Sexte tiefer war als der Ton, welchen der Apparat angab, wenn beide Haͤlſe offen waren.
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