Aufsatz 
Über den Brummkreisel und das Schwingungsgesetz der kubischen Pfeifen / [Karl Friedrich Julius] Sondhauß
Entstehung
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letztere hat eine Anzahl intereſſanter Verſuche angeſtellt, iſt jedoch zu keinem Reſultate gelangt, welches ich fuͤr meinen Zweck benuͤtzen koͤnnte. Dagegen hat er eine Anzahl nuͤtzlicher Bemerkungen gemacht und unter anderem gefunden, daß der durch das Anblaſen einer Flaſche erzeugte Ton um ſo tiefer iſt, je groͤßer ihr Volumen und je laͤnger und enger ihr Hals iſt. Wichtiger iſt die Arbeit von Savart, obwohl er auch nur vereinzelte Reſultate gefunden hat. Er ſelbſt ſtellt dieſelben auf folgende Weiſe zuſammen:

Faßt man alles Vorangehende zuſammen, ſo ſieht man erſtens, daß im Falle einer partiellen Erſchuͤt⸗ terung einer Luftmaſſe der Erfolg des Phaͤnomens von der Groͤße und der Stellung des Aufſchnitts und von dem Volumen und der Geſtalt des Fluidums abhaͤngig iſt, ohne daß die urſpruͤngliche Richtung des erregenden Luftſtroms einen merklichen Einfluß ausuͤbt; zweitens ſieht man, daß die Geſetze, wonach die Schwingungszahlen einerſeits bei Pfeifen von ahnlicher Geſtalt im umgekehrten Verhaͤltniſſe zu den li⸗ neaͤren Dimenſionen derſelben ſtehn, und zwar bei ſehr engen Pfeifen oder bei ohne Verengung der Mun⸗ dung angeblaſen Roͤhren(6branlés à plein orifice) zu der Laͤnge allein, andrerſeits bei Luftmaſſen,

welche in duͤnne, auf gleiche Weiſe erſchuͤtterte Scheiben zerlegt gedacht werden koͤnnen, ſich umgekehrt wie die Quadratwurzeln aus den vibrirenden Flaͤchen verhalten, nur Theile eines allgemeineren Aus⸗ druckes ſind, welcher es moͤglich machen wuͤrde, die Anzahl der Schwingungen einer auf beſtimmte Weiſe zum Anſprechen gebrachten Luftmaſſe von beliebigen Dimenſionen a priori zu beſtimmen. Drittens ergiebt ſich, daß man den Aufſchnitt ſich als den Ausgangsort einer unendlichen Menge von Luftwellen denken kann, welche ſich in der Pfeife anfaͤnglich wie in freier Luft verbreiten, dann aber durch die innern Waͤnde außerordentlich oft zuruͤckgeworfen werden und bei ihrem continuirlichen Zuſammentreffen in be⸗ ſtimmten Punkten(dans certains points de leurs phases) Knotenflaͤchen und Schwingungen in Theilen(parties vibrantes) erzeugen, deren Geſtalt(configuration) mit der Form und den Dimen⸗ ſionen der Pfeifen ſich aͤndern muß und bei einer und derſelben Pfeife auch von der Groͤße und dem Orte des Abſchnitts abhaͤngt. Man muß jedoch bemerken, daß nicht alle Toͤne, welche durch die Aenderung des Aufſchnitts erhalten werden(que l'embouchure pourra donner) gleich ſtark ſind, und daß, wenn die Intenſivitaͤt des Tons betraͤchtlich ſein ſoll, die Laͤnge der erzeugten Wellen in einem gewiſſen Ver⸗ haͤltniſſe zu den Dimenſionen der Pfeife ſtehen muß. Dieſe Bedingung ſcheint unerlaͤßlich, damit eine regelmaͤßige Vertheilung in ſchwingende Theile erfolge(pourqu'il s'établisse une disposition régu- lière à parties vibrantes).

Obgleich die Angaben des beruͤhmten Akuſtikers nicht ausreichend ſind, um nddie Schwingungszahl einer beliebigen kubiſchen Pfeife oder eines Brummkreiſels zu beſtimmen, habe ich doch deſſen Worte aus⸗ fuͤhrlich angefuͤhrt, weil ſie im Weſentlichen das enthalten, was wir bis jetzt uͤber dieſen Gegenſtand wiſſen.

In Beziehung auf Pfeifen mit flaſchenfoͤrmiger Geſtalt habe ich ſelbſt eine Anzahl Verſuche ange⸗ ſtellt und in der ſchon erwaͤhnten Abhandlung bekannt gemacht. Die Schwingungszahl des durch das Anblaſen einer ſolchen Pfeiſe erhaltenen Tons ſteht nach dem von mir gefundenen Geſetze im umgekehrten Verhaͤltniſſe zu den Quadratwurzeln aus dem Volumen der bauchfoͤrmigen Erweiterung der Flaſche und

der Laͤnge ihres Halſes und im graden Verhaͤltniſſe zu der Quadratwurzel aus dem Dnerſchritte des Halſes. Nach, der dieſes Geſetz ausdruͤckenden Formel Imgun= CVWW in welcher n die Schwingungszahl des Tones, V das Volumen der Flaſche unterhalb des Halſes, die Laͤnge und S den Querſchnitt des Halſes bezeichnet, kann man mit Hilfe des von mir gefundenen Wer⸗ thes der Conſtanten C= 93410 die Schwingungszahl einer flaſchenfoͤrmigen Pfeife a priori beſtimmen. Die Vergleichung der durch Rechnung gefundenen Reſultate mit denen der Beobachtung zeigte mir zu⸗ gleich, daß das angegebene Geſetz nur fuͤr ſolche flaſchenfoͤrmige Pfeifen volle Giltigkeit hat, deren Hals 2*