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ſondern er mag ſie dem Steſichorus nachgebildet haben, in deſſen Palinodie, die er um ſein Augenlicht wiederzuerhalten, anſtimmte, ſie enthalten war, wie aus zwei Stellen Plato's*) zu erhellen ſcheint.
Die Abweichung von der alten, von Homer benutzten Sage iſt es nun vorzüglich, was Ariſtophanes tadelt, und darauf mag ſich wohl das Epitheton„uirn beziehen in des Mneſilochus Worten:„* auν νv ενν uνιmι V. 850., nicht auf die vor Kurzem erfolgte Aufführung. Ueberhaupt aber gehört die Helena entſchieden zu den unbedeutendſten und mat⸗ teſten Erzeugniſſen des tragiſcheſten aller Dichter, und aus dieſem Grunde nicht minder, als wegen der unerhörten Fabel, die ihr zum Grunde lag, parodirke ſie Ariſtopbanes, der feine Beurtheiler dramatiſcher Erzeugniſſe. Schlegel hält die Helena geradezu für eine Comödie, Pflugk weiſt ihr den Platz zwiſchen Comödie und Tragödie an, ihm ſtimmt Fritzſche, der neueſte Herausgeber der Thesmophoriazuſen, bei, der ſie ein Schauſpiel nennt. Firnhaber in ſeinen Beiträgen zur Kritik und Erklärung der Helena,(Zimmermanns Zeitſchrift für Alterth. 1839. 1. 2.) ſucht zwar den Euripides von einigen Vorwürfen zu befreien, muß jedoch ſelbſt zugeben, daß manche Szenen wirklich abgeſchmackt und lächerlich ſind und eher für ein SSavyeioſt als für eine Tragödie ſich eignen dürften.
Nächſt der Wahl des Stoffes dient aber auch die geringe Sprödigkeit des Dichters in der Anwendung der Mittel, Effekt hervorzubringen und das Haſchen nach überraſchenden und neuen Situationen dem Komiker zum Spotte.
So läßt er den Mneſilochus, der von den Weibern bewacht, ſich auf ein Mittel be⸗ ſinnt, zu entkommen, oder wenigſtens den Euripides von ſeinem Mißgeſchick in Kenntniß zu ſetzen, den Oeax im Palamedes nachahmen, der, um den Vater des Palamed von dem Tode ſeines Sohnes zu benachrichtigen, die Kunde von des Ulyſſes Verrath und Palameds unver⸗ dienter Ermordung auf alle ihm zu Gebote ſtehenden Ruder ſchrieb, und ſie ins Meer warf, in der Hoffnung, es werde doch eines von ihnen dem Nauplios, des Palameds Vater zu Ge⸗
ſicht kommen. Aehnlicherweiſe ruft Mneſilochus:
765— 775. Wohlan, welch Mittel dient zu meiner Rettung? was — Verſuch ich, was erſinn' ich? denn der Schuld daran, Daß ich in ſolche Fährlichkeiten hineingerieth, Erſcheint noch nicht und welchen Boten könnt' ich wohl Ihm ſenden? ach mir fällt ja doch ein Kunſtgriff ein Im Palamed; wie jener, will die Ruder ich
*) Phaedrus p. 243. a. Respublicea VIIII p. 586. e,


