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Tempeln der Götter Kinder in Empfang zu nehmen wünſcht. Darum nun ſtellt Ariſtophanes den Euripides dar, wie er ſich vor den erzürnten Frauen fürchtet, darum ſucht jener in der größten Angſt einen Freund, der ihn in der Thesmophorienverſammlung gegen die Rache der Frauen in Schutz nehme, darum ſind die Rednerinnen voll von Erbitterung gegen den, der ihrem Geſchlechte ſolche Schmach anthut. Darum ſtellen ſie ihn in eine Kategorie mit den Perſern, darum wollen ſie den Schändlichen vergiften oder auf irgend eine andere Weiſe aus der Welt ſchaffen. Darum kommt der Chor in der Parabaſis gar nicht über das Wort 10 2aud“ hinaus, welches wahrſcheinlich ſeit der Aufführung des Hippolyt in Athen gang und gebe geworden war, wenn man von den Frauen ſprach. Jedenfalls aber iſt Euripides nicht über die von ihm verfaßten Tragödien hinaus ein Weiberhaſſer geweſen, worauf eine vom Athenäus*) mitgetheilte Anekdote hindeutet, in der es heißt, Sophokles habe, als jemand ihm geſagt, Euripides ſei ein Weiberhaſſer, geantwortet, er ſei es nur in ſeinen Tragödien. Auch wiſſen wir aus des Eu⸗ ripides Lebensbeſchreibung bei Thomas Magiſter und aus der, die im Mailänder Codey befindlich, und in der Elmsleyſchen Ausgabe von Euripides Bacchen abgedruckt iſt, daß er zweimal verheirathet geweſen; das dürfte ein wirklicher Weiberhaſſer ſchwerlich thun, und wenn wir auch glauben, was in den Lebensbeſchreibungen erwähnt iſt, daß er durch die offenbare Untreue ſeiner zweiten Ge⸗ mahlin tief gekränkt, um den Blicken der Athener zu entgehen, ſich zum Könige Archelaos von Mazedonien begeben habe, woran auch niemand zweifelt, ſo mag doch die Bemerkung die man in der Lebensbeſchreibung findet, welche Zimmermann im Jahrg. 1828 der Schulzeitung aus einem Wiener Coder abdrucken ließ, Euripides habe das Drama Hippolytus geſchrieben, um die Schamloſigkeit ſeines Weibes darin an den Pranger zu ſtellen, in der durch Ariſtophanes und deſſen Scholiaſten allgemein verbreiteten Meinung ihren Urſprung haben. Denn Euripides, der, um dem Geſpött zu entgehen, Athen verließ, wird ſich wahrſcheinlich nicht durch ſein eigenes Stück haben compromittiren wollen.
Wie hart Ariſtophanes aber den Euripides im Allgemeinen wegen der Fehler ſeiner Stücke getadelt habe, liegt mir zu zeigen hier nicht ob**), nur welche Mängel Euripideiſcher Tragödien in den Thesmaphoriazuſen vorzüglich durchgezogen werden, und mit welchem Rechte dies geſchieht, werde erörtert.
Der hauptſächlichſte Tadel trifft die Wahl der Stoffe, und die Worte, welche die eine Frau zum Mneſilochus ſpricht, enthalten einen ſchweren Vorwurf. 45
344— 548. Der Strafe ſollteſt du entgehn, da du allein gewagt haſt, Für einen Mann zu ſprechen, der uns vieles Böſe anthat?
*) XIII. 557. e. **) Vgl. Wiſſowa. Ueber des Ariſtophanes Beurtheilung der trag. Dichter ſeiner Zeit.(Leobſch. Progr.) 1830. 3.—


