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aber ſie bedauern, ihm nicht dienen zu können und rathen ihm, die Sache mit dem Skythen allein abzumachen. Dies gelingt dem Euripides ſehr bald; er kommt als altes Weib mit einer jungen Tänzerin, deren Reize den Skythen ſo unwiderſtehlich feſſeln, daß er ihr, ſeinen Ge⸗ fangenen gänzlich außer Acht laſſend, folgt, und ſo dem Euripides Gelegenheit giebt, mit ſei⸗ nem eiligſt befreiten Schwiegervater zu entfliehen. Ein fröhlicher Chor zum Lobe der gefeierten Gottheiten beendet die Comödie..
Frägt man nun nach dem Plane, der dem Ariſtophanes bei dieſer Dichtung vorge⸗ ſchwebt, ſo ertönt faſt von allen Seiten die Antwort: Verſpottung des Euripides, und ſchon von der früheſten Zeit an, in der man begann ſeine Comödien zu erklären, iſt dieſe Meinung herrſchend. Wir haben zwar von dieſem Stücke keine Didaskalie, die uns, wie bei andern Dramen ebenſowohl über die Zeit der Abfaſſung, als über des Dichters Abſicht einen Wink gäbe; aber in den Scholien des Bourdinus und Biſetus und in den Ravennatiſchen Scholien mangelt es keineswegs an Andeutungen. Faſſen wir die Urtheile älterer und neuerer Zeit zuſam⸗ men, ſo ergiebt ſich daraus folgendes Reſultat: Ariſtophanes verſpottet in den Thesmophoriazuſen den Euripides wegen ſeines Weiberhaſſes(dieſer iſt in Fr. Aug. Wolfs Vorleſungen über Alter⸗ thumswiſſenſchaft als das einzige Motiv angegeben) und wegen ſo mancher Mängel ſeiner Tra⸗ gödien. Wir wollen zuvörderſt unterſuchen, ob dieſes Urtheil gegründet ſei und worauf? Wie verhielt es ſich mit dem Haſſe des Euripides gegen das weibliche Geſchlecht und was läßt ſich zum Beweiſe deſſelben anführen? Darauf muß geantwortet werden: Sehr wenig! Euripides iſt allerdings in ſeinen Stücken zuweilen heftig gegen das weibliche Geſchlecht losgezogen und es ſind vorzüglich zwei Stellen, die dafür citirt werden müſſen, die eine im Hippolyt v. 611 fgg. und Medea 1313 fgg. Im Hippolyt hören wir einen der Macht der Liebesgöttin unzugäng⸗ lichen Jüngling in Schmähungen gegen das ganze Geſchlecht der Weiber ausbrechen, weil er erfährt, daß Phädra, ſeines Vaters Gemahlin, von Liebe gegen ihn ſelbſt erfüllt ſei, und dem heldenkühnen Theſeus untreu werde; in der Medea ſtößt der unglückliche, durch die Zauberin ſeiner Kinder beraubte Jaſon Verwünſchungen gegen die Mörderin aus. Aber was iſt natür⸗ licher, als dies; ſollen wir es einem dramatiſchen Dichter zum Fehler anrechnen, daß er den Perſonen, die er uns vor Augen ſührt, Worte in den Mund legt, welche der Stimmung, in der ſie ſich befinden, angemeſſen ſind? Sollen wir darum, weil in einem Drama der Dichter den handelnden Perſonen Gedanken verleiht, die für ihren Zuſtand trefflich paſſen, glauben, es ſeien des Dichters eigenſte, und in ſeinen Handlungen ins Leben tretende Gedanken? Sollen wir Shakespeare für einen Böſewicht halten, weil er einen Jago, ein ſolches Höllengeſpinſt von Trug und Lüge erſonnen? Freilich mögen die Athener über dergleichen Reden ihre witzigen Bemerkungen wohl gemacht haben, und Ariſtophanes, der den Euripides auch aus andern Grün⸗ den mit ſeinem Witze verfolgte, ließ auch dieſe Gelegenheit nicht vorüber, ihn zu verſpotten, zumal, da in der That jene Stelle im Hippolyt nicht frei iſt von arger Uebertreibung, iindem er das ganze weibliche Geſchlecht von der Erde verbannt, und für ein beſtimmtes Opfer in den
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