7
Ich Arme mich zerärgre, wenn ſchon lange Zeit
Ich ſchmachvoll euch mit Schmutz beworfen ſehe von— Euripides, dem Sohn der Kräuterhändlerin,
Und wie ihr Böſes höret, viel und mannigfalt.
Denn welchen Frevel hat er uns nicht angehängt?
Wo hat er uns nicht verläumdet? wo nur eine Spur Von Publikum und Trauerſpielern und Chöͤren iſt, Nennt er uns ehebrecheriſch und buhleriſch,
Und Säuferinnen, verrätheriſch und plauderhaft, Nichtswürdig und der Männer großes Herzeleid.
So daß ſie, wiederkehrend von dem Schaugerüſt
Uns ſcheel anſehen und ſogleich rings um ſich ſchaun,
Ob drinnen nicht ein Buhler im Verborgnen ſei.
Auch iſt uns nichts von dem erlaubt, was ehedem
Wir ausgeubt, ſo ſchlimme Lehren gab der Menſch
Den Männern; drum, wenn eine Frau ein Kränzchen flicht, Glaubt man ſie ſei verliebt und wenn im Hauſe ſie Umhergeht und es fällt ein Gefäß ihr aus der Hand, So frägt der Mann: Für wen zerbrach denn dieſer Topf? Für wen wohl ſonſt als fur den Gaſtfreund aus Korinth? Ein Mädchen kränkelt und ſogleich der Bruder ſpricht: Des Mädchens Farbe, ſie gefällt mir gar nicht recht. Auch gegen die Alten, welche junge Mädchen ſonſt Heimführten, hat er verläumdet uns, ſo daß kein Greis Ein Weib will nehmen, wegen dieſes Spruches hier: Den greiſen Bräutigam beherrſchet ſtets das Weib. Durch ihn bewogen legen ſie ans Fraungemach Jetzt Siegel an und ſchieben Riegel vor, um uns
Zu hüten und Moloſſiſche Hunde halten ſie
Noch außerdem, die jedem Buhler ſchrecklich ſind.
Und dieſes mag noch hingehn, aber was vorher
uns freiſtand aufzubewahren und zu geben aus,
Mehl, Oel und Wein, auch das geſtattet man nicht mehr, Denn es tragen die Männer ſelber jetzt die Schlüſſelchen Verborgen bei ſich, und von einer gar ſchlimmen Art, Lakoniſche Dinger, in deren Bart der Zähne drei. Vorher jedoch vermochte man zu öffnen noch
Man ließ einen Ring für drei Obolen machen ſich,
Jetzt aber hat der Hausverderber Euripides Petſchafte ſte zu tragen gelehrt, vom Wurm zernagt. Darum, wie mir es dünket, muß Verderben ihm
Von uns gemenget werden, wie's auch immer ſei,
Durch Gift geſcheh' es oder irgend eine Liſt,
Daß er nur wegkommt, dieſes ſag' ich öffentlich,
Das andre werd ich mit der Schreiberin ſetzen auf.


