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Das Stück, deſſen näherer Unterſuchung dieſe Zeilen geweiht ſind, die Thesmophoria⸗ zuſen, hat ſeinen Namen von den das Feſt der Thesmophorien, d. h. der die heiligen Satzun⸗ gen bringenden Göttinnen, der Demeter nämlich und Perſephone begehenden Weiber. Dieſes Feſt, über welches Wellauer eine beſondere Schrift verfaßt hat, deren Reſultate im Allgemeinen auch, von ſpäteren Bearbeitern des Ariſtophanes, z. B. von Fritzſche in ſeiner Ausgabe der Thesmophoria⸗ zuſen beibehalten worden ſind, fiel in den Monat Pyanepſion und wurde an vier Tagen gefeiert, von denen jedoch nur drei der eigentlichen Feier gehörten, eine Annahme, die den 86. Vers der Comödie leicht erklärt, über welchen die Herausgeber die mannigfaltigſten Meinungen zum Vor⸗ ſchein gebracht haben. Der Vers heißt nämlich:
errl rolaν ο Seοιηιραοον,) 1εωσν.
und es wird darin der Grund angegeben, warum Euripides ſich nicht zu fürchten brauche; es ſei ja Gerichtsſtillſtand, da der dritte Tag der Thesmophorien heute träfe, der mittelſte. Weil man den dritten Tag und den mittelſten nicht zu vereinen wußte, ſo nahm man fünf Tage an gegen des Heſychius*) ausdrückliche Nachricht, der vier Tage feſtſetzt, eine Zahl, die auch Photius**) in ſeinem Lexicon beſtätigt, der folgende Namen nennt: Oονιας, KA⁸⁶οs, Nijoreiu, Kalliygweα. Der erſte jener Tage, den Alciphron***) dvodog nennt, war zum Zuge der Frauen nach Eleuſis beſtimmt, das eigentliche Feſt begann erſt bei der Rückkehr am zweiten Tage, 2⁴νοdog; am dritten Tage, der α(, Nijoreta war ein allgemeines Trauern und Faſten und demzufolge ein förmliches Juſtizium, am vierten endlich das Freudenfeſt acν- npevec. Bei dieſer Erklärungsweiſe können wir recht gut Fritzſches Auskunftsmittel, roirn vom dreizehnten Monatstage zu verſtehen, entbehren, wodurch außerdem gegen ein ganz aus⸗ drückliches Zeugniß des Plutarch****) verſtoßen wird, der da ſagt, Demoſthenes ſei am ſech⸗ zehnten Tage des Pyanepſion geſtorben, an dem Tage, an welchem die Frauen die Trauerfeier der Thesmophorien begingen; nur iſt, wenn man die von mir angegebene Erklärungsart an⸗ nimmt, nach Oe0 ½16+% οο⁷⁶α zu interpungiren, ſo daß 17) ¼1ειαόπ Appoſition wird.
Beim Beginn der Comödie ſehen wir den Euripides, der ſchon vom frühen Morgen in Begleitung ſeines Schwiegervaters Mneſilochus umhergeirrt iſt, mit dieſem auftreten. Mneſilochus fleht keuchend zum Zeus um Beendigung ſeiner Qual und frägt den Euripides, wohin er ihn denn eigentlich führe. Dieſe Frage veranlaßt ein poſſierliches Geſpräch, in welchem Euripides als ein durchtriebener Sophiſt, Mneſilochus aber als ein ziemlich einfältiger Tölpel erſcheint. Sie kommen endlich an Agathon des Tragödiendichters Haus, welches das Ziel der Wande⸗ rung zu ſein ſcheint; denn bei ihm ſteht Euripides ſtill. Ein Diener des Agathon kommt her⸗ vor und ſingt ein mit inhaltſchweren Wörtern ausgeſtattetes Lied, das Mneſilochus, dem die
*) s. v. roirn Osoμαοꝓρσο⁵aw⁷. **) Photius v. dεαμα⁴οοεια. 2*) Epist. III. 39. *28*) Demosth. c. 30.


