Aufsatz 
Untersuchungen über die Echtheit einiger Delphischer Orakel / vom Gymnasiallehrer Richard Hendess
Entstehung
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Die Schüler-Bibliotheken.

Während die Frequenz auf unserm Gymnasium und der Realschule allmählich immer mehr gestiegen ist, hat sich die Benutzung der Schüler-Bibliothek von Jahr zu Jahr vermindert, besonders seitdem durch das Königliche Provinzial-Schulkollegium die Verpflichtung zur Zahlung des jährlichen Beitrages von M. 1,50 aufgehoben und die Benutzung der Bibliothek dem freien Willen des einzelnen überlassen ist. Meine zehn- jährige Erfahrung als Bibliothekar, der Verkehr mit den Schülern nach dieser Seite hin, die Wünsche, welche an mich gelangt sind, mit einem Worte alle meine auf diesem Felde gemachten Beobachtungen lassen es mich aber aufrichtig bedauern, dass ein so heilsames Institut sich nicht der wünschenswerten Anerkennung und Förderung erfreut, und treiben mich, in den folgenden Zeilen über Zweck und Nutzen der Schüler-Bibliotheken mich kurz auszusprechen und den Eltern, besonders aber auch den erwachsenen Schülern es ans Herz zu legen, dass sie die ausschliesslich nur zu ihrem eigenen Besten bestehende Einrichtung, welche bei zweckmässiger und fleissiger Benutzung ihnen vielfache Unter- stützung und reiche Belehrung bieten kann, weniger unbeachtet und unbenutzt lassen mögen. Wenn ich mir dabei wohl bewusst bin, nichts Neues zu sagen, so mag der Zweck entschuldigen, dass ich trotzdem nicht zehweigo, zumal diese Angslsgenheit ja auch zu wiederholten Malen in Direktorenkonferenzen und Fachschriften boshadchen und als eine nicht unwichtige anerkannt ist.

Mit vollem Rechte, meine ich, haben die Schüler-Bibliotheken das Interesse aller Schulmänner und Pädagogen seit jeher auf sich gelenkt. Sie alle sehen in ihnen ein nicht unwesentliches, ja fast notwendiges Bildungsmittel für höhere Schulen. Der Unter- richt verfolgt neben der Erzichung den Zweck, dem Schüler ein bestimmtes Mass von Wissen zu übermitteln und zwar allen gemeinsam mit möglichst kurzgefassten litterarischen Hilfsmitteln durch den unmittelbaren Einfluss des lebendigen, von Mund zu Ohr ge- sprochenen Wortes. In vielen Punkten nun kann der Lehrer aber nur Andeutungen geben. Der Historiker muss bei der Fülle des Stoffes die Hauptthatsachen und die Hauptpersonen herausheben und kann auch bei diesen oft nur vorübergehend verweilen, um sein Pensum zu fördern und wo möglich alle Schüler in den sichern Besitz desselben zu bringen. Manches wird er dem Privatstudium des Schülers überlassen. Da bietet

in erster Linie die Schüler-Bibliothek ihre Hand, und es ist sicher, dass die fleissige 5