Aufsatz 
"Tod und Sterben" in der modernen Lyrik : eine literarische Studie mit einer Beigabe eigener Gedichte / von Bonifaz Rauch
Entstehung
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Paradise lost.

(Nach einer Radierung von Klinger).

Juf weiter Wüste brütet schwüle sommernacht.

Der sand im sternenlichte flimmernd knistert sacht. Kein Laut, nur Todesstille, Grabesschweigen,

Wenn nicht Gazellen huschen scheu wie Geisterreigen, Wenn nicht der Donner rollt entlang die Wolkenwand, Die dräuend hängt im Westen überm Wüstenrand.

Da tauchen aus dem Dunkel, fellumhüllt den Leib,

Mit zagem Blick und schritte Mann und Weib.

Kein Wort! Des Weibes Busen nur ein schluchzen hebt, sie steht, schaut rückwärts, leis die bleiche Lippe bebt. Ein greller schlangenblitz durchzuckt die blaue Nacht, Verlockend leuchtet auf des Paradieses Pracht,

Wo ob den saphirzinnen Palmenfächer schaukeln, Lasurne schwingen in Akazienzweigen gaukeln.

Ein sel'ger Augenblick! Ihn schlingt die grause Nacht. Des Cherubs Flammenschwert hält funkenSPrühend Wacht. Vorbei! Das Weib sinkt schluchzend an des Mannes Brust. Der blickt ins Aug' ihr lang mit stummer, sel'ger Lust. Vorbei, mein Kind! Vergiß, blick bange nicht zurück! Folgt uns auch Fluch und Leid, uns blieb der Liebe Glück.

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