Aufsatz 
"Tod und Sterben" in der modernen Lyrik : eine literarische Studie mit einer Beigabe eigener Gedichte / von Bonifaz Rauch
Entstehung
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Der Brief trug keine Unterschrift. Ein Requiem sollt' in kurzer Zeit Er schaffen. Hundert Golddukaten lagen im voraus bereit.

Lang blickte Mozart ahnungsvoll ins Abendrot.

Dann plötzlich umgewandt:

In Gottes Namen! rief er und ergriff des Fremden Hand.

Der ging. Der Künstler sank auf einen stuhl und starrte wie gebannt.

Das war der Tod.

Und Wochen schwanden. Herbstesstürme brausten durch das Land Auf regenschwerem Fittich, und die Blätter stoben

In wildem Wirbel durch des Windes Toben.

Auf seinem Lager ruht der Künstler, heiß vom Fieberbrand. Doch unaufhaltsam fluten durch den Geist die Melodien; Bald tönt's gewaltig wie des Weltgerichts Posaunen,

Bald süß wie holdes Friedensraunen,

Wenn reuige Kinder vor dem ewigen Vater knien.

Doch ehe aus der Harmonien Zauberklange

Den Wunderbau der Künstler konnte einen,

Küßt' ihn der bleiche Engel zärtlich auf die Wange

Und trug die seele fort zu lichter sterne scheinen.

V

Haydn.

sie kommen, sie kommen! Nun ward uns der sieg. Der Korse zerschmettert, geendet der Krieg!

so jubeln die Wiener und eilen vors Tor, Es wirbelt der staub in der Ferne empor.

Trompetengeschmetter und Waffenblitz! sie kamen die sieger von Austerlitz.

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