Mozart.
septemberabend!
Das sonnenlicht nimmt Abschied von dem altersgrauen Wien. Im Gärtchen bleiche Malven, bunte Astern blühen, Und manche Rosen leuchtend noch am strauche glühen, Doch keine ahnt wie bald der Blüten Zierde welkt dahin. schon trägt den Todeskeim, was blüht, denn in der Herbstesnacht Küßt sie der schwarze Engel, der die Blumen sterben macht.— Ein junger Mann, wehmütig lächelnd, steht am Fensterbogen Und blicket sinnend in der Abendwolken Purpurwogen. Doch hinter ihm glitt huschend ein schatten durch den Raum, Ein grauer schemen wie ein düstrer Traum:
Das war die sorge!
Und fröstelnd wandte sich der Mann mit hast'gen schritten Hin zum SPinett, wo bald die Finger auf den Tasten glitten. Nun klang's wie silberwellen flutend durch die Rosenauen, Wie Lerchentrillern hoch im Blauen,
Und dann wie schelmisch Lachen aus des Waldes Grauen. Und jubelnd stiegen auf zur Abendröte
Die Melodien aus dem Wunderborn der Zauberflöte.
Und sieh! Der schatten schwand!—
Da klopft' es an die Tür. Herein tritt eine hagere Gestalt Mit bleichem Antlitz und in ernstes Grau gekleidet.
Der Fremde reichet einen Brief und grüßet vornehm kalt, Dann harrt er schweigend, was der Künstler ihm bescheidet. Des Auge überflog die Zeilen, und ein schatten glitt
Hin über seine stirne, da die seele mit sich selber stritt.
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