Aufsatz 
"Tod und Sterben" in der modernen Lyrik : eine literarische Studie mit einer Beigabe eigener Gedichte / von Bonifaz Rauch
Entstehung
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so braust es durch die Tannen im Herbst, wenn zornerregt Des Nordwinds sturmesfittich hin ob den Wipfeln fegt.

Mit wildem Grimm im Auge, das Zornesgluten schoß,

so stritten sie, ein Blutquell vom Handelberge floß,

Ein jeder treu am Platze, bis sie mit letztem Hauch Vereint die Walstatt deckten, wie's alter Bayernbrauch. Im Bauernhof im Tobel hält sich der letzte Hauf

Und richtet aus den Fenstern den blanken Büchsenlauf. Gleich Feuerschlangen SPrühet von sich'rer Hand der schuß, Ein jeder für die Feinde, ein blut'ger Todesgruß. Granaten sausen zischend, es flammt der Bau in Glut; Trotz Qualm und Lohe kämpfen sie fort in grimmer Wut, Gleich müdgehetzten Keilern, vom Jägertroß umringt,

Bis starke Herzen brechen, die nur der Tod bezwingt. Ade du Bayernerde! Ade mein Weib und Kind!

Von sterbensbleichen Lippen verklang's im Winterwind. Nur auf dem scheunendache, vom Feuerschein umloht, Des letzten Bauern stirne noch Trotz dem Feinde bot. Der letzte schuß ein Treffer in eines Feindes Brust! Dann stürzt er mit dem Balken in Trümmergraus und Wust. Der Tod hielt reiche Ernte, jetzt ist die sichel satt.

Im Abendsonnenscheine erglüht die blut'ge statt.

Im schnee viel Pupurrosen erglänzen weit und breit,

Die hat des Volkes Liebe dem Fürstenhaus geweiht.

Doch die sie ausgestreuet, ruh'n bleich in kalter Nacht, Der fahle Mond am Himmel hält stumme Totenwacht. Zu Aidenbach ragt schweigend das Kreuz bei Tag und Nacht, Das zeugt für alle Zeiten mit stumm beredter Macht;

Ob rings die Throne wanken, nie wankt der Bayern Treu'. Trotz' immerdar dem sturme, du Wittelsbacher Leu!

ss

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