„ASPhodill“ einen Kranz von Totenklagen gewidmet. Immer wieder andere Empfindungen werden in der seele der trauernden sängerin wach, darunter solche pantheistischer Art wie das folgende:
Nun bist du eins mit der Natur, es ruht
der streit und schnell geheilt sind deine Wunden, die Mutter hat den sohn aufs neu gefunden und hält den Wildling fest in ihrer Hut.
Ich fühl es mit wie sanft der Friede tut,
von wirrem, wüstem TraumgeSPinst entbunden, ein Hauch von deinem Ruhen und Gesunden weht rein und kühl in meiner schmerzen Glut.
Ich kann nicht kämpfen, ringen, widerstreben, mich bäumen, wo auch du gehorchen mußt, auch du dich hilflos schmiegst in Mutterpflege. Verzweiflungsmüd, ans schicksal hingegeben, sink ich der Großen, starken an die Brust und warte, daß sie dir ans Herz mich lege.
Der Tod, welcher die Vereinigung mit der Natur herbeiführt, erscheint hier als Arzt und Erlöser, der die Wunden des Lebens heilt, als„Freund“ wie auf dem bekannten Holzschnitt von Alfred Rethel, wo der Tod für den in seinem stübchen entschlafenen Türmer die Abenglocke läutet.
Die sehnsucht nach Vereinigung mit der Natur klingt auch aus einem Gedichte des als Erzähler berühmten steiermärkers Peter Rosegger.
Letzter Wunsch.
Was wäre doch mein letzter Wunsch, Wenn ich dereinst zur Grube fahr'? Ein Gräblein tief geborgen wohl
Auf einsam stiller Bergeshöh';
Auf jener Höh', wo ich als Kind Den ersten schmetterling gesehn, Dem ersten Lerchensang gelauscht
An einem lichten Frühlingstag.
Doch jenes Zeichen, fluchbeschwert, Das wie ein Alp die Welt umarmt, Weil sie ans Kreuz den Besten schlug, — O pflanzt es nicht auf meinen staub! Mir pflanzet einen jungen Baum,
XVII


