nöthig ſind, eilt er zum Endziele, zum Schluſſe mit der Frage, ob er den Eros definirt habe. Als er auch da eine ſehr ſtark zuſtimmende Antwort erhält— denn die Definition des Eros in der erſten Rede des S. war ja ſo ſehr nach dem Geſchmacke des Ph.— bricht bei ihm die Ironie wieder durch, wie ſie in der Gegenüber⸗ ſtellung des Lyſias, des Sohnes des Kephalos und der Nympfen, der Töchter des Achelous und gar des Pan, des Sohnes des Hermes liegt. Jetzt hat Ph. mit einem Schlage begriffen, worauf es dem S. ankommt. Die Rede ſeines Meiſters ſinkt ihm immer tiefer und es iſt eine zweite Aufforderung des S. nöthig, ehe er ſich dazu verſteht, noch einmal den Anfang derſelben zu wiederholen, noch einmal mit immer gedämpfterer Stimme das herzuſagen, was er das erſte Mal mit einer Art Siegesgewißheit vorgetragen hatte.
cap. 47. Der Betrachtung der Rede des Lyſias widmet dann S. nur wenige Worte; er fertigt den Redner ab mit wenigen kräftigen Strichen. Zuerſt ſagt er, Lyſias habe am Ende begonnen, und veranlaßt durch die ſcherzende Frage, die ſich durch die Anrede lan*„ν äußerlich kennzeichnet, den Ph. ſeine Zuſtim⸗ mung zu geben. Die Antwort des Ph. hat etwas Characteriſtiſches. Nicht mit einem kurzen oöro oder ndνν usn o0y oder dergleichen, nein, mit einem recht vollen Satze bekräftigt er des S. Behauptung, als wolle er da⸗ mit ſagen:„das wollen wir für abgethan halten!“ Ich würde deshalb auch gern noch die Worte 14 1312 dem Ph. zuweiſen:„die Sache iſt klar; wie aber weiter?“ Der Vorwurf des S. wird dann kurz zuſammen⸗ gefaßt darin, daß er ſagt, des Lyſias Rede ſei verworren, und Ph. giebt in den W. Toνoròg e?* r. 8. recht kleinlaut bei. Freilich, daß er das nicht eiumal gemerkt hat, muß ihn wohl kränken. Zuletzt wird er dann aber böſe, als S. eine Grabſchrift des Midas, jenes weiſen Königs der Phryger, den der Gott Apollo wegen ſeines thörichten Urtheils mit Eſelsohren geſchmückt hatte, anführt, vier Verſe, denen man, ohne dem Sinn zu ſchaden, jede beliebige Reihenfolge geben kann. Midas beurtheilte den Geſang des Marſyas gegen⸗ über dem des Apollo und Ph. hob die Rede des Lyſias in den Himmel: liegt da in der Erwähnung des phry⸗ giſchen Königs nicht eine leiſe Anſpielung, inſofern als Ph. eigentlich ein ähnliches Attribut wie jener verdient habe? Daß Ph. böſe wird, ſehen wir aus den erſten Worten des S. im folgenden cap.; ich würde deshalb die Worte des Ph. cxcinreig..§. nicht mit Schleiermacher und Praetl überſetzen, ſondern ſie wiedergeben: „Du ziehſt unſere Unterhaltung ins Lächerliche!“
cap. 48. S. will zwar, damit Ph. nicht böſe werde, nicht mehr von der Rede des Lyſias ſprechen, er giebt dieſer aber doch das Zeugniß, daß ſie tauglich ſei, als böſes Beiſpiel zu wirken, und zwar in ziemlich bitteren Worten, eine Bitterkeit, die ſich auch in der Folge der Worte 6*lα ³⅜ν, εένανμνέαασναι αυrdo ενεεινεκιρuμν dvv z¹ abſpiegelt. Hat er dann im vorigen cap. das xu6w der Rede des Lyſias behandelt, ſo giebt er dem entgegen hier die klare Anordnung ſeiner zweiten Rede. Den letzten Abſchnitt des cap. würde ich nicht mit Stallb. leſen, der nach Bekker und Buttm. 006ey Je„ d„o“ verbindet, wenn ich auch nicht mit Schleier⸗ macher den Accuſativ anαά löyo» in den Dativ verwandeln möchte. Mir ſcheint vielmehr nach Heind. und Aſt uϑιναων rενά νον explicativ zu on udνασιν αἀπιςιαάνοω dνv zu ſtehen und zwar, wie mir das ieννπνάα᷑σαά̈σοιν anzudeuten ſcheint, für 0» ua droy. Wenn S. nicht von vorn herein durch das beſchränkende α᷑ rdασι hätte hindeuten wollen auf ‿ν ½εo, würde er, dünkt mich, einfach obx dνναάιον po geſagt haben.
cap. 49. Wenn S. in den Worten 2οι εέ dælveru— xerαςα˙αιanzudeuten ſcheint, daß ſeine frühere ganze Rede ein Scherz geweſen ſei, ſo dürfen wir das gewiß nicht zu genau uehmen. Die Worte hei⸗ ßen hier nichts anderes, als daß das Thema der Rede hier nichts zur Sache thue, daß S. ebenſo gut an einem andern Thema daſſelbe hätte erläutern können, was er für den vorliegenden Zweck gebraucht, nämlich die beiden Hauptſätze der Dialectik, wie er ſie bald darauf hinſtellt. Seine ganze Anſicht über den Eros kann er ſchon des⸗ wegen nicht als einen Scherz hinſtellen wollen, als er ja mit einer ſolchen Behauptung ſelbſt ſeine zweite Rede der des Lyſias nur gleichſtellen würde. Die beiden dialectiſchen Hauptſätze aber ſind enthalten in den Worten eic uulov Idaν—υνοο ντa dyeuν d nodaxi discnaout'a, in denen ich das c„οαντα am liebſten nicht als Sub⸗ jectsaccuſativ, ſondern als Prädicativ zu diecwaoucya nehmen möchte, ſo daß es proleptiſch ſtände für dore -reν, wenn nicht der folgende Nominativ 6eLöevos ein Subject zu d„eir allzuſchwer vermiſſen ließe, und


