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cap. 42—44. Die nächſten drei Capitel bilden zuſammen einen Abſchnitt, in welchem S. den Ph. zu dem Zugeſtändniſſe zwingt, daß derjenige, welcher ein Redner werden will, vor Allem die Wahrheit der ein⸗ zelnen Dinge kennen muß.—
Im Anfange des 42. cap. erinnert S. an das im 40. cap gegebene Thema: rig o d 10609 v. 1. 7. und wird diesmal denn auch von Ph. nicht weiter unterbrochen. Er will hinaus auf den Satz, welcher den Schluß des 44. cap. bildet: 16ν do réxvn«. 1.&,, und beginnt in der Weiſe, daß er dieſen ſeinen Satz als Frage dem Ph. vorlegt, wohl wiſſend, daß der Schüler der Sophiſten ſeiner Lehrer Weisheit bald wird auskramen. Dem Ph. hat er mit ſeiner Frage denn auch ſofort die Zunge gelöſt. Der Schein ſei die Haupt⸗ ſache, antwortet er mit dem ſophiſtiſchen Hauptdogma, und nicht das Sein, nicht die Wahrheit. Dieſen Haupt⸗ ſatz der Sophiſten wollte S. eben haben und er legt deshalb in ſeine Antwort einen gewiſſen Hohn, der da ſagt:„lieber Ph, du ahnſt gar nicht, auf welches Glatteis ich dich locke!“ Der Hohn liegt einmal in der formula Homerica: ob 10, d*⁶⁵ αντο εmνο—ςα(II. II., 361.), die ſich deutſch am beſten mit der Shakeſpeare'ſchen Wendung wiedergeben läßt:„Gut gebrüllt, Löwe Phädrus!“ und ſodann in dem Wörtchen GocgHot, welches na⸗ türlich hier für cogeorat ſteht. Auch die Wendung droren, 1* 1 1e[ characteriſirt vielleicht die Stimmung des S. Die Widerlegung des Satzes aber wird dem S. leicht. Er wählt dazu das derbe Beiſpiel von dem Eſel, welchen der Rhetor zum Schlachtroſſe ſtempelt, hat damit einmal den ſophiſtiſchen Satz widerlegt und ſo⸗ dann auch den Ph. trefflich geneckt mit den Worten: OaĩdOog Imro yerao 16 rr Oꝭ εμα‿ωνω εμεέμαα exo-* dra, ein Satz, den wir uns recht langſam geſprochen denken müſſen, um das Schlagende des letzten Wortes in ſeiner ganzen Schärfe hervorzukehren. Sowie denn auch Ph. das Schlagwort vernommen hat, unterbricht er den S mit einem Ausrufe des Unwillens. Doch S. läßt dieſen nicht gelten, ſondern ſagt im Folgenden: „Die Sache hat auch ihre ernſte Seite. Denn ſobald wir von dem Beiſpiele abſehen, iſt ſie kein*doto oder ma‿†τεμαοσον, ſondern ein deενν*τααωι εννιαν— und Ph. muß das zugeben, ſobald S. ſtatt des fmwog und övog die abſtracten Begriffe des d„νανν und ⁸, einſetzt.
Im Anfange des 43. cap. verſteht der Schüler gewöhnlich den Sinn des erſten Satzes: ào' odv, ³ ra9*. 1. 4. nicht.„Die Redekunſt iſt ja aber noch nicht geſchmäht worden“, wirft er ein Der Einwurf beſeitigt ſich aber einfach damit, daß 404oee hier überſetzt werden muß durch„verächtlich reden von etwas“. Warum weiterhin Stallb. von der Vulgata ei is 2uf Foußovlf abgegangen iſt, begreife ich nicht recht. In einer Schulausgabe würde ich am liebſten leſen: äaa“ er ris 2* Fuußowvdf rnodeos Exeiνο oiroc ds Aa‿μρ⁵⁴e⁸ει r6d' Ouν ue᷑†α erα νxά. 1..„ſondern wenn Jemand nach meinem Rathe ſich jenes erworben hat und ſo an mich herantritt, ſo iſt das meine ſtärkſte Behauptung, daß ohne mich auch wer das Wahre keunt nicht verſtehen wird zu überreden in kunſtvoller Form.“ Dagegen würde ich die folgenden W. an S. und Ph. vertheilen, wie es Stallb. gethan hat und dem Ph. das oëxoĩy dteaα oεν eouda radra; zuſprechen; denn ſie kennzeichnen beſſer die geſpannte Aufmerkſamkeit des Ph., während das bloße gnut, wie es ihm Schleiermacher zuſpricht, nach den kurzen vorhergehenden Antworten Palyerat und ob dνn pe misurh etwas matt klingt. Die Worte d— Mαœeτι⁸οααασνν siεναια τε weiſen aber brachylogiſch auf die letzten Worte des S., die dem Einwurfe des Ph. vorangingen, zurück und ſind genau zu vervollſtändigen: ααντ ο Gά,bͤ,der 14 μαςdν dvev abrfg eyuνi t- Jer rerrn. Demnach haben Schleiermacher und nach ihm der neueſte Ueberſetzer, Prantl, dieſe Stelle falſch überſetzt, wenn ſie ſagen:„Wenn nur die gegen ſie auftretenden Reden ihr werden gelten laſſen, daß ſie eine Kunſt iſt“(Schl.) oder:„ſobald ja die nun kommenden Begründungen ihr das Zeugniß geben, daß ſie eine Kunſt ſei“(Pr.). Die Worte ſind richtig zu überſetzen:„ich gebe es zu, wenn eben die folgenden Sätze ihr bezeugen, daß ohne ſie eine kunſtgerechte Ueberzeugung nicht möglich iſt.“ Solche Sätze führen vielmehr zu dem Schluſſe, ſie ſei gar keine Kunſt, folglich ſei mit ihrer Hülfe auch keine kunſtgerechte Ueberzeugung möglich. Die nun folgenden Worte aber würde ich nicht mit manchen Erklärern ganz ſtreichen, ſondern nur die hier ſinnloſen Worte drev rou danelac Ia als Randgloſſe eines ſchwachen Abſchreibers gelten laſſen. Dann hat auch das gnair 6 Adxon Sinn. Denn es iſt ja bekannt, daß in Sparta die Rhetorik nichts galt, ſondern daß


