Aufsatz 
Commentar zu Plato's Phaedrus / Carl Schmelzer
Entstehung
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Durch dieſen letzteren Ausſpruch des Ph. aber gewinnt Plato in kunſtvoller Weiſe den durchaus natürlich klin⸗ genden Uebergang zu der folgenden Betrachtung. Dabei fällt er aber nicht mit der Thür in's Haus, ſondern ſpinnt den Uebergang aus zu einer kleinen Epiſode, welche mit dem 7eotö, ³ vecevta beginnt und vor ole⸗ rurd oty 16» οιαυντων(p. 258 C.) endet und in der S. von den Staatsmännern, die des Lyſias Gegner ſind, ſagt:Sie haben keinen rechten Grund, den Lyſias zu ſchmähen; denn ſie ſind nicht beſſer als ihr Gegner. In dieſer Epiſode macht dem Erklärer der Ausdruck des S. 7wxög d⸗εαν ⁴‿εμας x. 1. f. Schwierigkeit, ein Ausdruck, mit dem ſchon die alten Erklärer nicht fertig werden konnten. Stallb. hat wohl, was über die Worte geſagt werden kann, beigebracht. Ich möchte nicht mit Schleiermacher hier die W. Aurds d-ναυ εεαmσε oe als Sprüchwort hinſtellen, ſondern, wenn hier ein Sprüchwort verborgen liegt, daſſelbe ſuchen in den Worten dn roı α& d᷑eννυνοοσ oον ναιτ⁴ςι Neiao, welche den Schluß eines Hexameters bilden, alſo vielleicht eine Re⸗ miniscenz aus einer verſchollenen Dichterſtelle enthalten. Dieſe vervollſtändigen zu wollen, möchte ein müßiges Unternehmen ſein. An dem Sinne der Worte läßt ſich aber wohl kaum zweifeln.Dir iſt hier eine kleine Wendung entgangen ſagt er die aber oft an die große Nilwendung erinnert d. h. auf welche aber oft Alles ankommt. So haſt du hier nicht bemerkt, daß die Politiker auch eigentlich cuyyéagede ſind und doch dür⸗ fen ſie eben deshalb den Lyſias nicht tadeln, weil er Reden ſchreibe. Daß S. aber ſcherzend die Staats⸗ männer Logographen nennt, das iſt wohl jedem klar.

Der übrige Theil des cap. bietet keine Schwierigkeit; nur wäre vielleicht noch zu erwähnen, daß mit 01 Er.οο in aeνϑέ α6ςσ τε α!&rαειο S. die Hetäria, die politiſche Genoſſenſchaft, welche damals jeder Staatsmann um ſich verſammelte, bezeichnet.

cap. 40 u. 41. Es iſt ſchwer für S., den Ph. ſtreng bei dem Gedankengange zu halten. So⸗ bald Ph. irgendwie zu Worte kommen kann, ergeht er ſich in flachen Gedanken, die nichts zur Sache thun, oder er wirft Fragen der Neugier ein, auf welche dann S. in längerer Rede antwortet und ſo ſeinen jungen Freund gründlich belehrt. Bis zu der Frage, welche gewiſſermaßen das Thema der folgenden Betrachtung bil⸗ det, bis zu dem 1c 00 ö 106ντ 10ν τααάφςασνε*αάς ιν‿ Q⁴αo'e; läßt er den S. kommen. Als S. aber mit den folgenden Worten ds66εα ½½νꝙlƷ. 1.&. auf das Beiſpiel für ſeine Betrachtung, auf die Rede des Lyſias übergehen will, da unterbricht ihn Ph., um den flachen Gedanken, der ihm aber geläufig zu ſein ſcheint, aus⸗ zuſprechen, daß nämlich geiſtige Luſt über weltliche Luſt gehe. In ſolchen Wendungen zeigt ſich die Kunſt des Plato, ſeine dramatiſche Kunſt, wenn ich ſo ſagen ſoll. Denn ſolche Wendungen bieten mehr als eine kurze Frage, welche eben nur äußerlich den Dialog aufrecht erhält: ſie characteriſiren zugleich den Sprechenden und pflanzen ſo dem Leſer ein um ſo größeres Intereſſe an der Perſon deſſelben ein. S. antwortet auf die Aus⸗ laſſung des Ph., wie der kluge Alte antworten kann, mit einem Scherze.Wir haben alſo Zeit ſagt er und weiter wollte ich nichts wiſſen. Wenn du aber von leiblichen Freuden ſprichſt, ſo kannſt du unter unſern jetzigen Verhältniſſen an nichts denken, als an eine Mittagsruhe. Die Hitze drückt dich wohl etwas. Du haſt aber Recht, wenn du die leibliche Luſt des Mittagsſchlafes verachteſt; denn die Cicaden über uns würden uns, wollten wir ſchlafen, für keine 24eu9,â halten, ſondern für Sclaven, die unedler Weiſe gewohnt ſind, wo ſie können, dem Leibe zu fröhnen. Nur wenn wir uns von ihnen nicht einſchläfern laſſen, werden ſie uns ihre Göttergabe mittheilen. Die Erwähnung deso:s erregt nun die Neugierde des Ph.; er verſteht den Scherz des S. nicht und fragt:welches iſt diesoac? S. erwidert auf dieſe Frage mit der ſinnigen Erzählung von den Cicaden. Die Antwort gipfelt aber in einem derben Scherze, in den Worten äctroy ze zad doroy 80dg Gdeuv, Eςα ν εleurijch.Du ſagteſt vorhin heißt das leibliche Luſt tauge nichts. Die Cicaden aber werden uns auf die höchſte Höhe geiſtiger Luſt führen; ſie werden uns ihr Geſchenk zu Theil werden laſſen, welches darin beſteht, ohne zu eſſen oder zu trinken ſich zu Tode zu ſingen. Dieſen derben Scherz ſchwächt dann allerdings S. durch die folgenden W. etwas ab:ſie werden der Calliope und der Urania mel⸗ den, daß wir philoſophiſch leben und darum ſo ſchließt er wieder mit Hinblick auf al n**r τ⁴ αόαιαμα 12ene und darum dürfen wir keinen Mittagsſchlaf halten.

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