cap. 64, 1. vasg u⁵ν ε— duo uοειν
Das Fehlen des Artikels nach den meiſten Handſchriften läßt ſich rechtfertigen dadurch, daß duo 1o*οα hier gar nicht„zwei Dritttheile“ heißen ſoll, wie die Erklärer durchaus behaupten, obwohl doch, wenn man rerea- ooltac nach den beſten Handſchriften beibehalten muß, die Zahl 266 oder 260 für die von den Athenern geſtellten Schiffe ſich gar nicht belegen läßt. Hier liegt zu dem duo der Gegenſatz vor in den beiden erſten Silben von reruxoolac, während für die letzten Silben das 4„( eintritt, d. h. zu den vier Hundert Schiffen haben die Athener nicht weniger als zwei Theile, als 200 geſtellt. Daß ein ſolcher Gegenſatz ſtatthaft iſt, beweiſt vielleicht ſchon das oben zu cap. 72, 2. Geſagte.
cap. 75, 4. α* οα̈ νμα—ςσ“*. r. J.
Gottl. vermißt mit Unrecht ein vae hinter„al. Denn dieſer Satz begründet nicht etwa eines der Glieder drd dtoug— nat riuffc— a*᷑ ⁴ꝓρα εetac, ſondern er fügt dieſen Gliedern ein neues— ad doοαelas— hinzu. Die erſten drei Glieder bedurften keines Commentars; zu dem letzteren will Thuk. einen Commentar geben und deshalb fügt er daſſelbe in anderer Form bei, ſtellt es ſelbſtſtändig hin und giebt abſichtlich die der vorigen analoge Form auf. Ferner bewog ihn dazu die Abſicht, dies vierte Glied den vorigen nicht gleichzuſtellen, ſondern ihm we⸗ niger Bedeutung beizulegen. Die Worte ad 0ox dG.„†α⅜εες„. r. 4. enthalten, wenn ich überhaupt ſo ſagen darf, wieder einen parenthetiſchen Gedanken, wie cap. 76, 2. beweiſt, wo die drei erſten Glieder als rà uereora wieder⸗ holt werden, ohne daß der àc„leia gedacht wird.
cap. 77, 1. 14¼1 1αmραονεέ— 910dexe?y doxo⁵.
Auch was Classen über dieſe Stelle ſagt, kann mich nicht überzeugen, wenn ich auch mit ihm die Schwie⸗ rigkeit in den Participien eaacoouos und voν⁵duνes ſuche. Sehen wir zuerſt, welchen Sinn dieſer Satz ver⸗ langt. Im vorhergehenden Satze zai de— msiforn haben die Athener geſagt:„unſere Milde zieht uns Tadel zu.“ Im nachfolgenden Satze ar oudedg oxomei«. r. 2. ſagen ſie:„Niemand macht andern Machthabern einen Vorwurf daraus, wenn ſie gegen Untergebene das Recht des Stärkeren anwenden.“ Der Zwiſchengedanke, der Ge⸗ danke der in Frage ſtehenden Stelle, dürfte alſo wohl ſein:„wir machen nicht Gebrauch von dem Rechte des Stärkeren und trotzdem tadelt man uns.“ Die Worte des Tadels liegen nun offen da: qu³ο⁴xανν doxoννμέκν ‚wir heißen ſtreit⸗ und händelſüchtig.“ Die beiden Participien aber, 2Aaασνυμενοο und rrouijgaxvrsg, enthalten den Grund d. h. den nach Anſicht der Athener falſchen Grund, welchen die Tadler Athens geltend machen. Sie ſind alſo Kauſalſatz„weil“.„Denn auch weil wir uns in den Vertragsſtreitigkeiten gegen die Bundesgenoſſen beeinträchtigen laſſen und vor uns ſelber unter den gleichen Geſetzen(die wir bei Streitigkeiten unter uns anwenden) Klagen an⸗ ſtellten, ſcheinen wir ſtreitſüchtig zu ſein.“ Der Unterſchied der Zeit in den Participien findet darin ſeine Moti⸗ virung, daß mit dem Nauσοεενοο ein Staatsgrundſatz aufgeſtellt wird, mit dem woujccures aber dieſer Grundſatz in ſeiner bisherigen concreten Anwendung. Der Vorwurf aber, welchen die Redner den Feinden Athens in den Mund legen, iſt vornehmlich enthalten in den Worten wag' uνν aτος mν⁵αεαυνκνες xolosug. Die Worte y roſc 6⁴οεοιςα νένααςα erklären ironiſch das ααν νιμνμν«rolc im Sinne nicht der Feinde, ſondern der Athener, und die Worte*ad ε‿αασασοιυνμνένο— dtrouc ſtellen den Gedanken vorerſt ohne Seitenhieb auf die Bundesgenoſſen, die ſich beklagen, hin.„Weil wir uns, gegen das Recht des Stärkeren, vor Gericht ſelbſt von unſern Untergebenen beein⸗ trächtigen laſſen, nennt man uns, mit dem größten Unrecht, ſtreitſüchtig.“ In den Worten rad zao' juνεν— olctus liegt dann der eigentliche Vorwurf gegen die unzufriedenen Unterthanen. Dieſe ſagen:„die Athener thun uns Un⸗ recht, weil ſie in ihren Streitigkeiten mit uns ſelbſt das Richteramt beanſpruchen.“„Man tadelt uns— drücken dies die Atheniſchen Geſandten aus— weil wir vor uns ſelbſt—„ae“ iten abroic— Proceſſe anhängig machen; die Bundesgenoſſen, welche ſich darüber beklagen, begreifen aber nicht, daß wir ihnen damit das größte Recht ge⸗ währen; denn wenn wir mit ihnen vor unſern eigenen Richter treten, ſo verhandeln wir mit ihnen„ ro?c 66lo1s „ os d. h⸗ nach denſelben Geſetzen, welche wir bei Streitigkeiten unter einander gelten laſſen.“—
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