Aufsatz 
Studien zum Thukydides / von Carl Schmelzer
Entstehung
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3. cap. 4467. cap. 44. Fuunaxlor ur un osoMœo α Irαρνlανν mοσπνννꝙ o.

Ueber den Unterſchied zwiſchen Euuxla und. eniuæxla iſt zur Genüge geredet worden und man iſt wohl jetzt dahin übereingekommen, em uaxla als Schutzbündniß und Fuupoxla als Schutz⸗ und Trutzbündniß zu faſſen. Damit hat man eine gute Ueberſetzung gefunden: ich kenne aber keinen Fall außer dieſem, in welchem dieſe beiden Begriffe als Gegenſätze wirklich auftreten. Und re vera thun ſie das auch hier nicht, ja, ihrem Weſen nach wer⸗ den ſie kaum einen wirkſamen Unterſchied zulaſſen; denn ihr Unterſchied liegt auf der Spitze des Schwertes. Will der eine Staat dem andern, mit welchem er in eauuaxta ſteht, helfen, ſobald ein Feind gegen des anderen Land zieht, ſo muß er conſequent ihm auch beiſtehen, die Rüſtungen, welche einem ſolchen Zuge vorhergehen, möglichſt zu vereiteln und mit dieſem Schritte iſt die eneuaxla eine Fuuscxte geworden. Mir ſcheint demnach der Beſchluß der Athener, mit Kerkyra eine en axla einzugehen, mehr diplomatiſcher als kriegeriſcher Natur zu ſein, ein Be⸗ ſchluß, auf den ſich das Wort: summum jus summa injuria anwenden läßt. Sie wahrten den Rechtsſtandpunkt durch das Wort, brachen ihn aber durch die That. Sie ließen ſich einen Weg offen, auf welchem ſie ſich gegen den Vorwurf, den Peloponneſiſchen Frieden verletzt zu haben, allenfalls vertheidigen konnten. In der That brachen ſie den Frieden; denn ſie gingen den Vertrag ein nicht bevor, ſondern nachdem Kerkyra mit Korinth im Kriege lag. Auf dieſe Weiſe hätten ſie jeden Schritt der Peloponneſier, den dieſe außerhalb des Peloponnes thaten, ver⸗ eiteln können. Welchem von beiden Gründen der Kerkyräer die Athener am meiſten folgten, ob ſie die Kerkyräiſche Seemacht nicht wollten zu Grunde gehen laſſen, oder ob ſie vielmehr der Feindſeligkeit Korinth's Rechenſchaft tru⸗ gen, unterliegt wohl keinem Zweifel. Denn daß die Sorge um die Kerkyräiſche Soemacht die Athener nicht leitete, erklärt Thuk. zur Genüge im Folgenden. Den Korinthiern aber und mit ihnen den übrigen Peloponneſiern konnte die Epimachie zeigen, daß Athen den Kampf mit dem Peloponneſiſchen Bunde nicht ſcheue. Nahm Sparta den hin⸗ geworfenen Handſchuh nicht auf und gelang es den Athenern, durch ihre Epimachie den Frieden zwiſchen Korinth und Kerkyra herzuſtellen, ſo hatte Athen das Anſehn des Schiedsrichters zwiſchen Spartaniſchen Bundesgenoſſen und den Griechiſchen Staaten gewonnen, welche keinem Bunde angehörten. Letztere würden in Athen ihre natür⸗ liche Schützerin erblickt haben. Nahm dagegen Sparta den Kampf an, ſo war es gezwungen, zu Vorwänden für den Krieg zu greifen, da die Epimachie keinen rechtlichen Boden gab, und Athen hatte ſomit ein moraliſches Ueber⸗ gewicht gewonnen. Dieſe Gründe veranlaſſen mich, mit Plutarch in Perikles den Urheber der Epimachie zu ſuchen.

cap. 50, 1. 1 ν ε ν y aατα⁴νσααιαειαν.

Die Schwierigkeit dieſer Stelle haben die Erklärer inſofern, wie ich glaube, auf falſchem Wege geſucht, als ſie, ſo viel ich weiß, nur beſtrebt ſind, die Worte äg zuradugeær dem Vorhergehenden anzupaſſen und nicht ſie mit dem Gedanken, welchen die Stelle verlangt, in Einklang zu bringen. Nun aber ſagt Thuk. gleich in den fol⸗ genden Worten, es wäre den Korinthiern mehr darum zu thun geweſen, Feinde zu tödten als gefangen zu nehmen. Augenſcheinlich aber verſuchten ſie dies nicht in der Weiſe, daß ſie alle Mannſchaft eines Schiffes, wie in der Feldſchlacht, zu tödten ſuchten, das Schiff ſelbſt aber unberückſichtigt ließen, ſondern ſie verſuchten die Schiffe nicht zur Ergebung zu zwingen, ſondern in den Grund zu bohren. Denn war der vielen Hopliten wegen, mit welchen die Schiffe bemannt waren, auch der Kampf, wie Thuk. ſagt, einer Feldſchlacht ſehr ähnlich, ſo würde doch heut⸗ zutage Niemand, wo er mit Kartätſchen aufräumen kann, zu einem Bajonnetangriff ſich verſtehen und ebenſowenig werden die ſiegreichen Korinthier, wo ſie mit einem Wurf die ganze Mannſchaft des Schiffes vernichten konnten, dadurch daß ſie das Schiff in den Grund bohrten, ſich auf einen Kampf Mann gegen Mann eingelaſſen haben. Ebenſo heißt es 50, 3: Nach der Verfolgung wandten ſich die Korinthierdg 1d vuudꝑrtx zat rodg vexοdς odg dgercooug, wo ſich doch wohl ous cgerégoug auch auf rd uuvdνxα bezieht. Sie brachten ihre Wracke nach Sybota, nicht aber die der Kerkyräer, die ſie doch gewiß auch nicht ihrem Schickſale überlaſſen, ſondern ſchon des eigenen Vortheils wegen mit ſich genommen haben würden. Der Gedanke alſo, den die Worte raä cxας àg x‿raduεεααν verlangen, iſt der: Sie banden die Rümpfe der Schiffe(derer natürlich, deren übrige Mannſchaft das Schiff nicht