Bestimmung
der
erdmagnetischen Inklination
von
Cassel.
§ 1. Altere erdmagnetische Beobachtungen für(assel weist die einschlägige Litteratur nur in geringer Zahl auf. Im Jahre 1839 und 1840 wurde von Ch. Hansteen(mittelst der Schwingungen eines kleinen Cylinders) die Intensität des Erdmagnetismus in 13 grösseren Städten des nördlichen Deutschlands und in mehreren Orten Dänemarks bestimmt. Unter den ersteren befand sich auch Gassel. Für die Zeit 1839,45 d. i. für den 25. August 1839 fand H. die absolute Intensität= 1,7834. Gleichzeitig untersuchte er auch die Säkulär-Anderung der Intensität und fand hierfür im Jahre 1839 folgende Unterschiede
Cassel— Kopenhagen 0,0980, Gassel- Kiel...... 0,1015, Cassel— Altona..... 0,0751.
Nur an drei von den berührten Punkten nämlich Kopenhagen, Kiel und Altona wurde zugleich mit der Intensität auch die Inklination beobachtet. Auch in der 16 Jahre später erschienenen Abhandlung des berühmten nordischen Physikers„Den maxgnetiske Inclinations Forandring i den nordlige tempererte Zone“(Kjövenhavn 1855), welche über Beobachtungen berichtet, die in uns nahe gelegenen Städten angestellt worden sind, findet sich eine Notiz betr. der Inklination von Cassel nicht vor.
Fast gleichzeitig mit der ersten Expedition Hansteens hat A. Quetelet ebenfalls im im Jabre 1839 eine magnetische Expedition unternommen, die sich über Italien, Frankreich und Deutschland erstreckte und auch Cassel berührte; doch hatte auch sie bloss Intensitätsbestim- mungen zum Zwecke. Diese ergaben für Cassel das Resultat 1,7850.
Im Jahre 1854 unternahm Mahmud eine magnetische Expedition, welche sich von Cassel aus bis Kiel nach Norden und bis Wien nach Süden erstreckte. Auch er bestimmte bloss die horizontale Intensität und fand für den 3. Mai 1854 die relative I.= 1,8101, die absolute = 1,8213.
Die einzige mir bekannt gewordene Inklinationsbestimmung für Cassel führte Lamont) im Jahre 1858 aus und zwar gelegentlich der magnetischen Expedition, welche durch Munificenz des vorigen Königs von Bayern ermöglicht wurde und sich über Spanien, Frankreich, das nördliche Deutschland und die angrenzenden Länder erstreckte. Auf dieser Reise
*) Johann v. Lamont, geb. 1805 zu Bracmar in Schottland, von 1852 bis zu seinem 1879 erfolgten Tode Director der Sternwarte Bogenhausen bei München und Professor an der dasigen Universität.
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