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Charakters(190, 382, 380, 445, 058, 971) durch die That widerlegen und ſo die Vorliebe der Athene fuͤr ihn(053) rechtfertigen. Wie in Elektra die Tugend uͤber das Laſter ſo ſoll in ihm die Weisheit uͤber den Unverſtand ſiegreich dargeſtellt werden. Sein Benehmen iſt ſo uͤberraſchend ſchoͤn, daß man glauben moͤchte, Athene habe ſich in ihren Liebling verwandelt. Aias ſelbſt, wenn er auferſtaͤnde, muͤßte durch ſeines Feindes Beſonnenheit und Edelmuth uͤberwunden werden.
So ſehen wir an Odyſſeus, wie wir ſeyn, an Aias wie wir nicht ſeyn ſollen, und werden mit dem ungleichen Schickſal beider und mit der weiſen und gerechten Gottheit ausgeſöhnt. Wie in der Elektra Apollo, ſo handelt hier Athene mit ihrem Vater Zeus einverſtanden. Als hoͤchſte Gott⸗ heit wird Er angeſehen(137, 182, beſonders 824). Von einem Fatum findet ſich keine Spur.
Die beiden O edipus.
——— wiſſet, daß Die Goͤtter ſchauen, wer der Menſchen frommgeſinnt, Und ſchauen, wer unheilig iſt, und kein Entfliehn Dem gottverachtenden Manne je geoͤffnet ſteht. Oed. Kol. V. 280 vgl. 1536.
Auch in dieſen Tragoͤdien walten die gerechten Goͤtter. Wohlwollend hatten ſie dem Laius vorausverkuͤndigt, daß wenn er mit Jokaſte einen Sohn er⸗ zeugte, dieſer den Vater toͤdten werde(O. T. 713, O. K. 969). Da er


