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O. T. 904), auſchend(El. 175, 639. Ant. 184, O. K. 1086) und gerecht, ſondern auch guͤtig und reich an Erbarmen: Zeus erhabenen Thronen iſt Beiſitzrin die Gnade o zu jedem Werke (O. K. 1268 vgl. Ai. 756). Doch tritt allerdings die Gerechtigkeit 10) am meiſten hervor, wie dies die Natur der Tragoͤdie mit ſich bringt: die Gottheit haßt und beſtraft das Boͤſe(O. K. 1536, Ant. 288, 1104. El. 1383, Trach. 280), und verſchmaͤht die Gaben und Gebete des Frevlers (El. 637, O. T. 920); ſie liebt aber und belohnt den Reingeſinnten(O. K. 270, 394.), und ſetzt alles Andere am Menſchen der Tugend und Froͤmmig⸗ keit nach(Phil. 1442)).
Dieſe gelaͤuterte Idee von Gott und Vorſehung ſpricht ſich aber nicht bloß in einzelnen Verſen, ſondern am anſchaulichſten und großartigſten in dem Gange ganzer Tragoͤdien aus. Ich werde ſie daher jetzt in allen dieſen nach— zuweiſen verſuchen und dadurch zugleich einige andere Stellen widerlegen, in welchen nach der ſubjectiven Bildung oder Stimmung der Sprechenden min— der wuͤrdige Vorſtellungen von der Gottheit enthalten ſind. 11)
9) cxldadg fuͤr Aecs. S Reiſig's Enarratio zu V. 228.
10) Dike iſt mit den Goͤttern eng verbunden(ogl. O. K. 1382 und daſelbſt Reiſig, An⸗ tig 451, O. T. 274, Ai. 1389, eben ſo Themis El. 1064) und von der Erinnys begleitet(Ai. 1389, Trach. 800, El. 476 und 491).
11) Aus Schwäche und Kurzſichtigkeit klagen wie im Leben ſo in dem Abbilde des Lebens, der Tragoͤdie, die Menſchen die Gottheit an, wo ſie meiſtens ſich ſelbſt anklagen ſollten: ſo Aias die Athene(401). So werfen auch Oedipus(O. T. 828), Herakles(Trach. 997 vgl. 1266) und Philoktet(452) der Gottheit Ungerechtig⸗ keit und Grauſamkeit vor; aber zuletzt muͤſſen ſie beſchaͤmt geſtehen: wunderbar iſt ihr Rath, doch fuͤhret ſie Alles herrlich hinaus.


