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die doch dem innerſten Begriffe des Kunſtwerks durchaus ſeitab liegen muͤſſe, als eine des Denkers unwuͤrdige abgewieſen hat, faͤhrt er fort:«Hat nun der Dichter an ſeiner Stelle ſeine Pflicht erfuͤllt, einen Knoten bedeutend geknuͤpft und wuͤrdig geloͤſt, ſo wird dann dasſelbe in dem Geiſte des Zuſchauers vor⸗ gehen; die Verwickelung wird ihn verwirren, die Aufklaͤrung aufklaͤren, er aber um nichts gebeſſert nach Hauſe gehen: er wuͤrde vielmehr, wenn er ascetiſch aufmerkſam waͤre, ſich uͤber ſich ſelbſt verwundern, daß er ebenſo leichtſinnig als hartnaͤckig, ebenſo heftig als ſchwach, ebenſo liebevoll als lieblos ſich wieder in ſeiner Wohnung findet, wie er hinausgegangen.» Wenn wir nun freilich mit dieſer vollkommenen Negation aller ſittlichen Wirkung der Tragoͤdie den Dichter ſeiner im Weſentlichen unzweifelhaften Deutung zu lieb die Sache auf die aͤußerſte Spitze treiben ſehen, von wo aus wir zum Schluß eine Umlenkung und Ausgleichung werden verſuchen muͤſſen: ſo iſt doch ſo viel aus dem Ge⸗ ſagten klar, daß die hoͤhere Betrachtung eines Kunſtwerks ſeinen Werth und ſein Weſen nun und nimmermehr nach ſeinem moraliſch belehrenden und beſ⸗ ſernden Effekt beſtimmen duͤrſe. Kann denn aber auch nur angenommen werden, daß Ariſtoteles die Wirkung aufs Publikum fuͤr das Weſen und den Begriff der Tragoͤdie habe ausgeben wollen? Wir moͤgen keinen Werth darauf legen, daß bei einer ſolchen Definition der Hauptzuſatz, etwa&y roie Searaεε, Tv Ssarsy nicht fehlen durfte und dieſer Zuſchauer dann wieder, je nach dem Ariſtoteles ihn ſich dachte, durch ein Praͤdikat haͤtte naͤher charakteriſirt werden muͤſſen. Was aber entſcheidend fuͤr unſere Anſicht ſpricht, iſt der Umſtand, daß bei jener falſchen Auffaſſung vom Effekt auf die Zuſchauer gerade das weſentlichſte Moment des begreiflichen Inhalts der Tragoͤdie, der doch wahr⸗ haftig durch die abſtrakten Bezeichnungen dεε cxordalas zal e³‿eios, ue†ε oc—-xorons noch keineswegs angegeben iſt, daß, ſage ich, ſo die naͤhere Beſtimmung der tragiſchen Handlung gaͤnzlich uͤbergangen und ſtatt deſſen eine neue Abſtraction von moraliſcher Einwirkung auf die Zuſchauer unterge⸗ ſchoben wird. Die einzige unerlaͤßliche Forderung iſt die Vollendung eines Kunſtwerks in ſich ſelbſt. Dieſe Vollendung in ſich ſelbſt, durch das Praͤ⸗ dikat reNeta nur abſtrakt gefordert, mußte zum Schluſſe der Definition konkret ausgeſprochen werden, wie es in der That geſchieht, wenn Ariſtoteles ſagt:
«Die Tragoͤdie iſt nachahmende Darſtellung einer Handlung, die einen ernſten Zweck hat, in ſich abgeſchloſſen iſt und einen beſtimmten Ümfang hat, in einer(durch die Kunſtmittel des Metrums, des Geſangs und des Rhythmus) verſchoͤnerten Sprache, ſo jedoch, daß jede der drei Darſtellungsweiſen fuͤr ſich in den verſchiedenen Partien wirkſam iſt, von handelnden Perſonen und nicht durch Erzaͤhlung, durch einen Verlauf von Mitleid und Furcht hindurch zum Schluß die ausſoͤhnende Laͤuterung der hierher gehoͤrigen leidenſchaftlichen Zuſtaͤnde vollbringend.
Wir erinnern hierbei noch einmal an jene Stelle Poët. 15, 5 zwel dI TSr...


