Aufsatz 
Über das Wesen der Tragödie / [Karl] Rossel
Entstehung
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ſchließlich herbei die d.αος ν rolorrοσν πmρμα durch Darſtellung des Mitleidswerthen und des Furchtbaren, mitleidswerther(eLeecvd) und furcht⸗ barer Wänhe(oßod), deren Verlauf ja eben den Inhalt der ⸗ses ausmacht. Dieſer Gebrauch der Abſtrakta bei Ariſtoteles wird außer allen Zweifel geſetzt durch ſolgende Stellen: Poét 11, 4. †dr rocaν h‿ναρνυέεασ 1 EXeop eSer 7 ßoy (d. h. wird entweder eXesurd oder ꝓoßega ſein) 0 1 6 p Od, 8 5 T eοιιι iprwic dwoxetre. P. 15, 5. Eret ds Ta da ελ5ν αα* H ob d0 1HAGES SoN d85 raoddssea TO ko Tp, cανεεeν d³e rotro ε& Toie d⸗,de ́Honrséo. Dieſe beiden Stellen ſind uns aber auch in Beziehung auf die Faſſung der ganzen Definition von der groͤßten Bedeutung. Was waͤre denn oicp deecν Gʃι ã ALενομον dwoxerra, in der erſten Stelle, was waͤre denn dard ecov a! P,o 3 ⁴eεσαερε in der zweiten Stelle, anders als das obige: giungte Aeeo³ orrordaid... do Aeon 21 †dßor xεαννοοσ.. 2 Hierzu kommt nun noch eine dritte Stelle, die den Ausſchlag geben muß: c. 13, 2. heißt die Compoſition der Tragoͤdie: uιꝑrien ſene aul XeseyGy mit dem ausdruͤck⸗ lichen Zuſatz, der jeden weiteren Zweifel uͤber den Haufen wirft:

rosro lde id räs rotaurne UHlgede EdTv.. Ddieſe Beſtimmung, die er eine weſentliche nennt, durfte mithin Ariſto⸗ teles in ſeiner Definition durchaus nicht uͤbergehen; und daß er es auch nicht gethan, ergibt ſich aus den deutlichen Worten: Ason zM³, op deren nothwendig abſtrakte Faſſung wir im Obigen nachgewieſen haben.(Stahr Recenſ. der Ritter'ſchen Poetik in der Hall. Allg. Literaturzeit. 1840. Aug.)

Bis hierher waͤre die Erklaͤrung zwar ſprachlich hinlaͤnglich begruͤndet, aber es fehlt viel, daß dieſe Deutung, die im Weſentlichen ein Ergebniß neuerer For⸗ ſchungen iſt, denen Goͤth e25 Auslegung der Stelle Nachgelaſſ. Werke VI. S. 20.) zum Grunde liegt, auch fruͤher allgemeinere Billigung gefunden haͤtte. Alle jene Auslegungen aber laufen darauf hinaus, daß ſie die Worte de éov xar... d.Zaoory als von einem Zweck des tragiſchen Kunſtwerks in Beziehung auf den Zuſchauer verſtehen und nur in der Deutung dieſer Wirkung als einer Reinigung der Leidenſchaften von einander abweichen. Wahrhaft epochemachend war in dieſer Beziehung die Auslegung Leſſing's, die aber, je leichter ſich gerade nach ſeiner Auffaſſung und Zuſammenſtellung eine zuſammenhaͤngende Anſicht uͤber die weſentlichen Beſtandtheile einer Tragoͤdie im Sinne des Ariſtoteles wird gewinnen laſſen, lieber im letzten Abſchnitt unſerer Betrachtung ihre ver⸗ diente Beruͤckſichtigung ſinden ſoll.

Von Goͤthe(Werke Bd. 46 S. 20, an Zelter Bd. 4 S. 288) iſt der erſte erhebliche Anſtoß zur richtigen Auffaſſung unſerer Stelle ausgegangen. Nach⸗ dem er die verbreitete Anſicht, als ob Ariſtoteles hier von einer Wirkung rede,