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in neue Wohnſitze vertrieben haben. Wenn man auch zugeſtehen muß, daß der nördliche Theil Skandinaviens und ſelbſt Island damals eines viel mil⸗ deren Himmels und demnach auch einer fruchtbareren Erde ſich erfreute 2⁰), als in unſerer Zeit, ſo konnte dieß dennoch nicht verhindern, daß nicht Zeiten der Hungersnoth, deren die Geſchichte mehrerer erwähnt, eintraten. Eine der älteſten ereignete ſich unter Suio(Snio), einem jütländiſchen König, der in Wiborg reſidirte. Wegen des geringen Vorraths an Korn gab er das Verbot, Bier zu brauen,(man brauchte mehr Korn zum Bier als zum Brod). Trotz des Königs despotiſcher Strenge wurde das Verbot nicht befolgt, und da die Noth fortdauerte, ſo wurde auf dem Thing(Volksverſammlung) beſchloſ⸗ ſen, alle Greiſe, Kinder und diejenigen zu tödten, die nicht die Waffen tragen oder das Land bauen konnten. Die Mutter mehrerer Kinder, Günborg, brachte es jedoch dahin, daß dieſer grauſame Beſchluß dahin umgeändert wurde, daß das Loos entſcheiden ſollte, wer das Land verlaſſen müſſe. Der Zufall beſtimmte zwar hierzu alle erwachſene Männer; die Jüngeren aber boten ſich freiwillig dazu an und ſuchten anderwärts ein neues Vaterland. Dieſe Auswanderung verminderte die Volkszahl ſo, daß das angebaute Land an vielen Orten aus gänzlichem Mangel an Cultur in Wald ſich verwandelte. Auch gab ſie den Angeln, einem ſueviſchen Volke, Gelegenheit, ſich immer mehr über die Halbinſel zu verbreiten 21). Ein anderes Beiſpiel einer ähn⸗
den Goͤttern einen heiligen Fruͤhling(ver sacrum) zu weihen: alle Geburten des Fruͤhlings, vielleicht des ganzen Jahres: das Vieh ward geopfert, die Jugend, wenn ſie erwachſen war, ausgeſandt.
19) Wachsmuth, Aeltere Geſch. des roͤm. Staates. S. 83.
20) Man denke nur an die klimatiſche Veräͤnderung in Groͤnland ſeit ſeiner Entdeckung. Noch jetzt beobachtet man daſſelbe in Skandinavien. Buch, Reiſe durch Norwegen und Schweden. Th. I. S. 363.
21) Petri Olai Chron. ap. Langebeck. T. I. p. 106. Nach dem Chron. Erici ap. Langebeck. T. II. p. 156. war es der neunte Mann, der auswanderte,


