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Wirklich war es auch die allzugroße Fülle von Menſchen und der daraus entſtandene Man gel an Subſiſtenzmittel, wodurch die Skandinavier gezwungen wurden, anderwärts Unterhalt und Wohnung zu ſuchen. Dieſe nordiſchen Völker lebten damals in der Zeit friſcher und jugendlicher Kraft ¹⁷), in einer Zeit, wie ſie wohl jedes Volk einmal durchlebt; es war die Periode der Entwickelung. Aehnliche Urſachen mögen in dem eilften Jahrhundert vor Chriſti Geburt die Bewegungen unter den Helleniſchen Stämmen bewirkt haben, mögen die Sabeller ¹8), die Rhätier ¹) und andere aus ihrer erſten Heimath
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feſt. Nach dem Jahr 813 ſiengen ſie ihre Einfaͤlle auf der Elbe, in Fries— land, auf dem Rhein, der Maas und Schelde an; zugleich dehnten ſie ihre Verheerungen in Frankreich aus auf der Seine, Loire und Garonne, he⸗ ſonders ſeit 840 unter ihrem Anfuͤhrer Haſting. 857 eroberten ſie Luna (aus Mißverſtaͤndniß, ſie wollten nach Roma) und nachher Piſa in Italien. Seit 860 ward Island von ihnen beſetzt, Groͤnland und Winland (eine nordamerikaniſche Kuͤſte) entdeckt, und die Faroͤer, Hialltland(Shet— land), die Orkenoͤer und Sudurder in Beſitz genommen. 862 ſtiftete Rurik, ein Normann(Waraͤger) den Ruſſiſchen Staatz bald darauf Oskold und Diar, zwei Waraͤger, einen andern Staat in Kiew, den Ruriks Nach⸗ folger und Landsmann, Oleg, mit dem ſeinigen vereinigte. Sie gaben der Normandie ihren Namen, nachdem ihr Anfuͤhrer Rollo ſich dieſes Land von dem Koͤnige von Frankreich erzwungen und 912 das Chriſtenthum angenommen hatte. Bon 1003 bis 1042 herrſchten ſie in England. um das Jahr 1000 entriſſen ſie Apulien den Griechen, und Sizilien den Arabern, wo vom Jahr 1000 Koͤnige von normaͤnniſcher Abkunft herrſchten. Von 1148 bis etwa 1180 beſaßen ſie die Kuͤſte von Tripolis bis Tunis. Weſentliche Dienſte leiſteten ſie den griechiſchen Kaiſern vorzuͤglich gegen die Feinde in Aſien.
Arndt. S. 36— 38. S. 89— 92.
Niebuhr, Roͤm. Geſch. Th. I. S. 56.(N. A. S. 90). Aus ihrem Vater⸗ land wanderte die überſtroͤmende Fuͤlle des Volkes nach verſchiedenen Ge⸗ genden aus. Es war eine altitaliſche allgemeine Sitte, in ſchweren Kriegen
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