₰ 9*
60.
70.
80.
— 7—
nicht Sünde noch Streit, nicht Schmerz noch Leid,
nicht Bettlers Elend noch bittre Not,
nicht Schlaf noch Sorge noch schweres Lager,
nicht Winters Gewerfe noch Wetters Toben
heftig unterm Himmel, und der harte Frost
mit kalten Kältezapfen Keinen plaget.
Da fällt nicht Hagel noch Reif vom Himmel nieder,
nicht windige Wolken noch Walzergüſze
von der Luft gepeitscht: sondern lebende Ströme
entspringen wunderherlich aus wallenden Quellen,
mit lieblichen Pluten die FPluren leckend.
Wonnsame Walger aus des Waldes Mitte
brechen in der Monde jedem aus des Marklands Boden
hell und kül, die dann den Hain durchfliefzen
herlich eine Weile: das ist des Herrn Gebot,
dalz zwölfmal das zierfeste
Land die Fluten durchlaufen sollen.
Es sind die Bäume all mit Blüten da behangen,
mit wonnigem Gewächs: da weichen nimmer
heilig unterm Himmel des Holzes Schätze;
nicht fallen da zur Erde fäl die Blüten,
der Waldbäume Schmuck, sondern wundervoll
sind die Aste an den Bäumen all beladen
mit Obst immer neu zu allen Zeiten.
In dem Grasgefilde grün da stehen
behangen herlich durch des Heilgen Macht
der Bäume schönste. Nicht gebrochen wird
das Holz im Haine, wo der heilge Duſt
wont im Wonneland: gewendet wird das
Alters nimmer, eh der das Ende bringt
der alten Erde, der sie im Anfang schuf


